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Die Delle am Rand des Sonnensystems
25. Mai 2006. Der äußere Rand unseres Sonnensystems ist eingedrückt, so als hätte ihm jemand von unten einen Schlag versetzt. Die Hinweise kommen von der NASA Sonde Voyager 2, die gerade die innere Grenze des Sonnensystems überquert.


Voyager 1 und 2 auf dem Weg in den interstellaren Raum Vergrößerung (Quelle: Merav Opher)

Voyager 2 befindet sich dabei näher als der Sonne als ihre Schwestersonde Voyager, als diese im Jahr 2004 die innere Grenze durchquerte. Die Voyager Sonden fliegen nun seit 30 Jahren durch das Sonnensystem. „Sie sind sozusagen zwei alte Kühlschränke da draußen,“ sagt Astrophysiker Merav Opher von der George Mason University in Fairfax, Virginia. Er hatte die Daten der beiden Sonden verwendet, um die Form der Heliosphäre, das ist die riesige magnetische Blase in der sich unser Sonnensystem mitsamt Sonnenwind und Magnetfeld der Sonne befindet, zu errechnen.

Der einfachste Beweis für eine deformierte Heliosphäre kommt von der südlich des Sonnenäquators fliegenden Voyager 2. Die Sonde bekommt die Auswirkungen des so genannten „termination shock“ zu spüren, wo der Sonnenwind mit 1,6 Millionen Kilometern pro Stunde auf den langsameren interstellaren Wind trifft. Schon über zwei Jahre bevor Voyager 1 das Sonnensystem verließ, registrierten die Bordinstrumente energiereiche Teilchen die anscheinend aus der Schockwelle stammten. Nun berichtet Robert Decker von der John Hopkins University in Laurel, Maryland von ähnlichen Teilchen in der Umgebung von Voyager 2.

Voyager 2 befindet sich derzeit jedoch 1,3 Milliarden Kilometer näher an der Sonne als Voyager 1 während der Durchquerung des „termination shock“ im Dezember 2004. Das deutet darauf hin, dass die Heliosphäre des Sonnensystems in ihrer südlichen Hemisphäre eingedrückt wird. Aufgrund der neuen Daten erwarten die Wissenschaftler, dass Voyager 2 in den nächsten ein bis zwei Jahren in den dichten Bereich des „heliosheath“ (etwa: Sonnenscheide) eintaucht.

Die Quelle der südlichen Verformung ist nach Ophers Berechnungen wahrscheinlich ein interstellares Magnetfeld, dass die Heliosphäre nach oben drückt. „Durch die Simulation eines Magnetfeldes in einer bestimmten Position konnten wir die Beobachtungen der Voyager Sonde nachvollziehen,“ sagt Opher. Beide Wissenschaftler werden ihre Ergebnisse diese Woche bei einer Versammlung der American Geophysical Union vorstellen.

Die neuen Beobachtungen deuten darauf hin, dass Voyager 2 ihre Schwestersonde beim Erreichen des nächsten Ziels überholen könnte. Ist die südliche Hemisphäre tatsächlich wie vorhergesagt geformt, dann wird Voyager 2 einen kürzeren Weg durch die Sonnenscheide und damit in den interstellaren Raum haben. Voyager 2 könnte den interstellaren Raum in 10 Jahren erreichen.

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Quelle: New Scientist zur Startseite...



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