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Programmierer beschleunigt Suche nach Gravitationswellen
18. Mai 2006. Die weltweite Suche nach Gravitationswellen hat Hilfe von unerwarteter Seite bekommen. Ein Freiwilliger hat das Computerprogramm, mit dem in riesigen Datenmengen nach Anzeichen der Wellen gesucht wird, verbessert.


Luftaufnahme von GEO 600 Vergrößerung (Quelle: DEUTSCHE LUFTBILD W. Seelmann & Co. GmbH, Hamburg)

Der ungarische Programmierer Akos Fekete gehört zu einem Netzwerk von Internetbenutzern, die für das Projekt Einstein@home die Rechenkapazität ihrer Heimcomputer zur Verfügung stellen, wenn diese nicht genutzt werden. Einstein@home wurde im März 2005 von der American Physical Society (APS) gestartet. Ähnlich wie das Programm SETI@home suchen die Freiwilligen in über das Internet versendeten Datenpaketen nach Mustern, die auf Gravitationswellen hinweisen könnten.

Gravitationswellen sind Kräuselungen der Raumzeit, die von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie vorhergesagt werden und von sehr schweren Körpern wie Schwarzen Löchern ausgehen. Die direkte Beobachtung dieser Wellen würde den Astronomen ein wertvolles neues Mittel geben, um den Kosmos zu beobachten.

Die Daten für das Einstein@home Projekt werden von zwei erdbasierten Teleskopen geliefert – LIGO in den USA und dem deutschen GEO 600 bei Sarstedt in der Nähe von Hannover. Die beiden Instrumente verwenden Laserstrahlen um die unglaublich winzigen Verzerrungen in der Raumzeit zu entdecken, von denen die Astronomen glauben, dass sie durch Gravitationswellen verursacht werden.

Jeder Computer, der Daten des Einstein@home Projekts bearbeitet, analysiert das Signal eines Pulsars (schnell drehende, schwere Neutronensterne). Findet der Computer eine Abweichung im Signal des Pulsars, markiert der Computer den Datensatz für eine gründlichere Untersuchung, bei der möglicherweise Gravitationswellen gefunden werden können.

Fekete untersuchte den Code, der auf seinen Rechner gespielt wurde und stellte bald fest, dass er ihn verbessern konnte. „Es gibt immer einen schnelleren Weg,“ sagte Fekete. Seine Erfahrung mit „low-level“ Programmierung – also den Programmcodes, die den Prozessor kontrollieren – sei eine große Hilfe gewesen, so Fekete.

Er veränderte den Code und schickte ihn an die Projektkoordination. Die Anpassungen führen mindestens zu einer Verdoppelung der Rechengeschwindigkeit, sagt APS Sprecher James Riordon. Die Projektwissenschaftler hoffen, dass alle Teilnehmer die neue Rechenroutine bekommen haben, bevor im Juni 2006 neue Daten zur Analyse freigegeben werden.

Einige Teilnehmer haben die Verbesserungen bereits getestet und sind von den Ergebnissen begeistert. „Ich möchte mich bei Akos bedanken,“ schreibt ein Freiwilliger. „Es ist kaum zu glauben, was meine alten Rechner jetzt leisten können.“

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Quelle: New Scientist zur Startseite...



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