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In welcher Richtung liegt Mekka?
25. April 2006. Die nationale Raumfahrtagentur Malaysias macht sich Gedanken über die praktische Anwendung des Islam in der Erdumlaufbahn. Drei der vier malaysischen Kandidaten sind Muslime und zwei werden für einen zukünftigen Flug an Bord eines russischen Raumschiffs ausgewählt.


Dan Bursch, Yuri Onufrienko und Carl Walz im Jahr 2001 mit dem Weihnachtsbaum an Bord der Internationalen Raumstation (Quelle: NASA).

Muslime beten fünfmal täglich abhängig vom Stand der Sonne am Himmel. Damit ist die Einhaltung der Rituale eine Herausforderung, da ein „Tag“ an Bord eines Raumschiffes nur 90 Minuten dauert.

Ein ähnliches Problem haben Muslime, die in der Nähe der Polregionen leben, wo es lange Zeiten ohne Dunkelheit oder Tageslicht gibt. Traditionell wird den Gläubigen in solchen Fällen empfohlen, die Gebetszeiten eines relativ hohen Breitengrades einzuhalten, selbst wenn sie sich näher am Pol befinden sollten.

„Ein die Astronauten beratender Islamwissenschaftler müsste lediglich die Zeiten auswählen, die etwa den üblichen Gebeten am Morgen, Mittag, Nachmittag, Abend und in der Nacht entsprechen,“ sagt Alan Godlas, Professor der Religion an der University of Georgia.

Zusätzlich orientieren Muslime sich beim Gebet in Richtung Mekka. Bei einer Geschwindigkeit von 28 000 Stundenkilometern ist diese Ausrichtung relativ schwierig einzuhalten. Möglicherweise reicht es, sich zur Erde zu wenden, so Godlas. „Es gibt Beispiele in denen der Prophet eine generelle Richtung angibt,“ sagt Godlas.

Muslime haben auch ein Reinigungsritual vor dem Gebet, die Ablution. Wasser wird im All jedoch sehr sparsam verwendet. Astronauten könnten Wasser zwischen den Händen halten und damit den Körper befeuchten. Auf der Erde lassen die Gläubigen das Wasser Idealerweise an den Armen herunter laufen, was unter den Bedingungen der Mikrogravitation jedoch nicht funktioniert. Wenn Wasser nicht verfügbar ist, könne nach den Auslegungen des Koran auch eine reiner Stein verwendet werden um die Hände zu reinigen, so Godlas. Mit den Händen können dann die Unterarme, das Gesicht und die Füße gereinigt werden.

Der Saudi Arabische Astronaut Sultan Salman Al-Saud flog 1985 an Bord einer US Raumfähre. Er sah aus einem der Fenster um die erste Sichel nach dem Neumond zu sehen, die für ihn das Ende des Fastenmonats Ramadan bedeutete.

Etwa 150 Akademiker, Astronauten und Schriftgelehrte treffen sich am 25. und 26. April in Malaysia zu einem Seminar über den Islam und das Leben im All.

Menschen haben Wege gefunden, um ihre Religion im All zu praktizieren. Der erste israelische Astronaut Ilan Ramon, er starb beim Absturz der Raumfähre Columbia, aß teilweise koscher und beachtete den jüdischen Sabbat. Aber anstatt den Sabbat mit jedem siebten Sonnenuntergang zu begehen, folgte er den Zeiten auf der Erde.

Walter Sipes, Chef für operationelle Psychologie am Johnson Space Center der NASA, hat bisher keine Anfrage für eine Menorah, einen jüdischen Kerzenhalter, an Bord der Internationalen Raumstation bekommen. Es wäre aber möglich, eine Menorah mit kleinen elektrischen Glühbirnen auf die Station zubringen.

Das Christentum ist schon lange im All etabliert. Von den 29 Astronauten des amerikanischen Apollo Programms waren 23 protestantisch und 6 katholisch. Buzz Aldrin, ein Presbyterianer, gab sich selbst kurz nach der Landung seines Moduls auf dem Mond die heilige Kommunion. Frank Bormann entschuldigte sich bei seiner Gemeinde für seine Abwesenheit während der Weihnachtsmesse.

Inzwischen sendet die NASA auf Anforderung von Astronauten Videos von Messen zur ISS. Es gibt auch einen Weihnachtsbaum auf der Station. „Für einige Astronauten ist Religion sehr wichtig und wir wollen das auf jeden Fall respektieren,“ sagte Sipes.
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Quelle: New Scientist zur Startseite...



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