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Asteroiden: Schatz und Bedrohung zugleich
05. April 2006. Sollte eine großer Asteroid wie der kürzlich entdeckte 2004 VD17 mit einem Durchmesser von 500 Metern und einem Gewicht von einer Milliarde Tonnen mit der Erde kollidieren, wäre das eine Katastrophe für einen großen Teil unseres Planeten.


Künstlerische Darstellung von Don Quijote. (Quelle: ESA).

Im Rahmen der Asteroidenabwehrmission Don Quijote arbeiten drei europäische Teams aus der Industrie an Wegen, diese Art von Katastrophe zu verhindern.

ESA arbeitet seit einiger Zeit an Strategien zur Verhinderung von Kollisionen der Erde mit erdnahen Objekten (NEOs, near-earth objects). 1996 forderte der Europarat die europäische Raumfahrtagentur auf, eine langfristige Strategie gegen Asteroideneinschläge zu entwickeln. Vorschläge von anderen internationalen Organisationen, unter anderem von den Vereinten Nationen und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung folgten kurz darauf.

Daraufhin beauftragte die ESA eine Reihe von Studien und Einschätzungen zum Ausmaß der Bedrohung im Rahmen des General Studies Programms. Im Juli 2004 wurde diese erste Phase dadurch beendet, dass eine Gruppe von Experten der Asteroidenabwehrmission Don Quijote allerhöchste Priorität verordnete.

Nun ist es an der Industrie, ihre besten Designvorschläge für die Mission zu machen. Nach der Einladungs- und Evaluierungsphase wurden drei Teams aus der Industrie ausgewählt um weitere Studien durchzuführen.

  • Alcatel Alenia Space, unterstützt von Beratern aus Europa und Kanada, hat bereits die Titansonde Huygens entwickelt und arbeitet gegenwärtig an der Mission ExoMars.
  • Ein Konsortium unter der Führung von EADS Astrium mit Deimos Space aus Spanien und Beratern aus einer Reihe von europäischen Ländern hat bereits an Rosetta Mars Express und Venus Express gearbeitet.
  • Ein Team unter der Leitung von QinetiQ (GB) mit Partnern aus Schweden und Belgien hat Erfahrung mit dem Bau von Mikrosatelliten, unter anderem SMART-1 und Proba.
Die drei Teams haben im laufenden Monat mit den Arbeiten begonnen und erwarten im Oktober mit der Überprüfung durch ein von der ESA zusammengestelltes Expertenteam einen wichtigen Meilenstein.

Kein Grund zur Panik – bis jetzt
Das Risiko ist gering und könnte mit zunehmenden Beobachtungsdaten noch weiter sinken. Trotzdem, ein Einschlag von 2004 VD17 oder auch 99942 Apophis, der sich im Jahr 2029 der Erde so weit nähert, dass er mit dem bloßen Auge sichtbar sein wird, würde weit reichende Verwüstungen über Landesgrenzen hinweg anrichten. Die Kollision würde Energie freisetzen, die einem großen Teil des auf der Erde verfügbaren nuklearen Arsenals entspricht.

Glücklicherweise sind Einschläge von sehr großen Asteroiden auch sehr selten, kleinere Einschläge sind jedoch häufiger. 1908 explodierte ein Asteroid über Sibirien und verwüstete über 2000 Quadratkilometer unbewohnten Geländes. Wäre der Asteroid wenige Stunden später auf die Erde getroffen, hätte er Sankt Petersburg oder London treffen können.

Fossilien des Sonnensystens
Asteroiden sind Teil der Geschichte unseres Planeten. Jeder, der den Barringer Meteoritenkrater in Arizona besucht hat oder den Mond mit einem Teleskop betrachtet, sieht hinreichend Beweise dafür, dass die Erde und ihre Umgebung durch ein Asteroidenbombardement gegangen sind. Auf der Erde allein sind mehr als 160 Einschlagkrater identifiziert worden.

Kollisionen haben die Geschichte unseres Sonnensystems beeinflusst. Asteroiden und auch Kometen sind Überbleibsel einer turbulenten Phase, in der die Planeten entstanden und sind somit auch eine Art Botschaft aus dieser Vergangenheit. Durch das Studium dieser Objekte können wir mehr über die Entwicklung des Sonnensystems lernen, insbesondere über die Entstehung des Lebens auf der Erde.

Asteroiden und Kometen sind faszinierende Objekte, die Leben auf einem ganzen Planeten erschaffen oder zerstören können. Weltweit arbeiten Experten an der Lösung der Rätsel dieser Objekte.

Mit dem vorläufig für 2011 geplanten Start von Don Quijote sendet ESA einen technologischen Pfadfinder ins Sonnensystem, um nicht nur die Gefahren eines Asteroideneinschlags zu mindern, sondern auch um das Sonnensystem weiter zu erforschen.
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