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Satellitensalto rückwärts
21. März 2006. Das Universum enthält etwa 20 Prozent mehr hoch energetische Strahlung als zuvor angenommen, wie durch eine ungewöhnliche Versuchsanordnung jetzt gezeigt werden konnte. Können die Daten bestätigt werden, dann würden sie die hochenergetischen Strahlenwerte mit früheren Messung für Strahlung mit niedrigem Energiegehalt in Einklang bringen.


Dieses Gammastrahlenbild von Integral zeigt die Erde im dunklen Zentrum (Quelle: ESA).

Die im Januar und Februar dieses Jahres erhobenen Daten geben Auskunft über hoch energetische Röntgen- und Gammastrahlung, die Teil der kosmischen Hintergrundstrahlung ausmachen. Der Großteil dieser Strahlung stammt wahrscheinlich von weit entfernten super schweren Schwarzen Löchern.

Diese Strahlung wurde zuletzt in den späten Siebziger Jahren durch die NASA Sonde High Energy Astrophysics Observatory-1 gemessen. Die Sonde fand etwa 20 Prozent weniger hoch energetische Strahlung als aufgrund von Studien im niedrigen Energiebereich erwartet.

ESA Wissenschaftler haben diese Messungen nun mit einem ungewöhnlichen Manöver an dem GammastrahlenobservatoriumIntegral wiederholt. Sie drehten den Satelliten, der normalerweise in den Weltraum blickt, in Richtung Erde. Die Drehung wurde erst nach einer monatelangen Risikoanalyse durchgeführt.

Um sich auf die Erde auszurichten, konnte Integral sich nicht einfach auf sein empfindliches Orientierungssystem, das sich an Sternen orientiert, verlassen, da die Erde zu viel Strahlung reflektiert. „Erdbeobachtung hatten wir nie geplant,“ sagt Parmar. „Wir hatten dafür keine fertigen Prozeduren.“

Das Team verwendete den Sonnensensor und die an Bord befindlichen Kreiselstabilisatoren um während der 10 Stunden Erdbeobachtungszeit die Ausrichtung der Sonde zu kontrollieren.

Nachdem sich die Erde in das Sichtfeld des Teleskops geschoben hatte, blockierte sie die hoch energetische Hintergrundstrahlung. Durch den Vergleich der Amplitude und des Energiespektrums mit und ohne Erde im Blickfeld konnten Wissenschaftler neue Messungen der Hintergrundstrahlung ableiten.

„Erste Messungen haben ergeben, dass wir etwa 20 Prozent mehr Strahlung sehen,“ sagte Integral Missionsmanager Arvind Parmar.

Das Ergebnis passt gut zu den Vorhersagen, die auf niedrigeren Strahlenenergien beruhen, so ESA Projektwissenschaftler Chris Winkler.

Zukünftige Beobachtungen werden möglicherweise einzelne Quellen der Hintergrundstrahlung finden. Observatorien wie (ESA) und Chandra (NASA) haben gezeigt, dass einzelne Quellen für etwa 80 Prozent der Hintergrundstrahlung niedriger Energie verantwortlich sind. Die Prozentzahl sinkt erheblich im höheren Energiebereich, den Integral beobachten kann. Dort sind einzelne Quellen nur für etwa drei Prozent der kosmischen Hintergrundstrahlung verantwortlich.

Das Bestimmen von Gammastrahlenquellen ist eine besondere Herausforderung für die Astronomen. Die Strahlung kann nicht durch Spiegel oder Linsen gebündelt werden. „Sie durchdringen einfach das Material, mit dem wir sie bündeln wollen,“ erklärt Parmar.

Stattdessen verwendet Integral eine andere Strategie, bei der schwere Metalle zwischen Strahlung und Detektoren liegen. Dadurch entsteht eine Art Negativ, also ein indirektes Abbild der Strahlenquelle.
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Quelle: New Scientist zur Startseite...



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