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Neuer Wassereisfund auf dem Mars
16. März 2006. Ein großes und bisher unbekanntes Vorkommen von Wassereis wurde möglicherweise im Untergrund unseres Nachbarplaneten entdeckt.


Dieses Bild des Marssüdpols wurde von NASA Viking Orbiter aufgenommen Vergrößerung (Quelle: NASA).

Tiefe Schluchten und Flüssen ähnelnde Kanäle zeugen von einer wasserreichen Vergangenheit des Mars. Heute ist der größte Teil dieses Wassers verschwunden und die Suche danach ist eins der großen Ziele der Marsforschung.

Wissenschaftler verwenden die Radarantenne an Bord der ESA Sonde Mars Express als Wünschelrute um Wasser im Untergrund des Planeten zu finden.

MARSIS (Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionosphere Sounding) sendet mit seiner 40 Meter langen Antenne Radiowellen aus und analysiert die Verzögerung und die Stärke der vom Mars zurückgeworfenen Signale. Einige Radiowellen dringen in den Untergrund ein und werden zurückgeworfen, wenn sie auf eine Schichtgrenze zwischen zwei Materialien mit unterschiedlichen elektrischen Eigenschaften treffen, beispielsweise Felsgestein und Wasser.

MARSIS wurde im Juni 2005 entfaltet und entdeckte bald darauf ein 1,8 Kilometer langes Feld, wahrscheinlich bestehend aus Wassereis, unter der Eiskappe des Nordpols.

In den Polkappen rechnete man mit Wassereis, da es sich um die größten bekannten Wasserreserven auf dem Mars handelt. Schätzungen zufolge würde ein Schmelzen der Polkappen den Planeten bis zu 33 Meter hoch mit Wasser bedecken.

Weitere Untersuchungen entdeckten Eis an einer eher unerwarteten Stelle in der Nähe des Südpols in einem Gebiet, das nicht sichtbar von Eis bedeckt ist. Die Radarsignale zeigten eine relativ dünne Eisschicht unter der Oberfläche mit einem Volumen von etwa der Hälfte der südlichen Polkappe.

„Wenn wir bestätigen können, dass die dünneren Schichten in der Tat Eis enthalten, dann haben wir ein weiteres Puzzlestück für den Verbleib des Wassers auf dem Mars gefunden,“ sagt der stellvertretende MARSIS Leiter Jeff Plaut.

Die Schlussfolgerung, dass es sich bei den gefundenen Schichten um Eis handelt, werde durch die Nähe zu den Polkappen gestützt, es könnte sich jedoch auch einfach um Staubschichten handeln.

Sollte es sich tatsächlich um Eis handeln, könnte das weitere Hinweise auf das frühere Klima des Planeten liefern. Die Polkappen selbst bestehen aus Schichten, die sich während der periodisch alle 50 000 Jahre stattfindenden Achsenverschiebungen des Mars aus Schneefällen gebildet haben. Die Untersuchung der Form und Dicke dieser Schichten könnte mehr Informationen über diese Klimaveränderungen verraten.

MARSIS verändert bereits jetzt unser Verständnis der Geschichte des Mars. Mit Hilfe des Instruments wurden auf der Nordhalbkugel etwa 10 verschüttete Einschlagkrater gefunden, einige von ihnen 470 Kilometer breit. Nur einer dieser Krater ist auch auf Bildern erkennbar.

Das ist wichtig, da Forscher das Alter der Marsoberfläche schätzen, indem sie die Einschlagkrater auf ihr zählen. Auf den nördlichen Ebenen zählte man verhältnismäßig wenige Krater, während die höher gelegenen Gebiete auf der Südhalbkugel von Kratern übersät sind. Das führte lange zeit zu der Annahme, dass der Norden durch austretende Lava neu geformt wurde und somit jünger sei als der Süden.

Neuere Höhenmessungen aus der Umlaufbahn haben diese Schlussfolgerung jedoch infrage gestellt. Das Messgerät entdeckte einige Krater, deren Ränder so stark erodiert waren, dass sie visuell nicht mehr erkennbar waren. Damit mussten sie älter sein als die Kraterzählung vermuten ließ.

Die neuen MARSIS Daten unterstützen diese Theorie, meint Thomas Watters vom National Air and Space Museum in Washington DC. „Sie deuten darauf hin, dass es nur einen geringen Altersunterschied zwischen dem Hoch- und dem Tiefland gibt,“ sagte er.
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Quelle: ESA zur Startseite...



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