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Japan bringt Überwachungssatelliten für Katastrophen ins All
24. Januar 2006. Japan nach über einem Jahr wieder seine Flaggschiffrakete gestartet und einen der weltweit größten Erdbeobachtungssatelliten in eine Umlaufbahn gebracht. Der Satellit soll bei der Beobachtung von Naturkatastrophen eingesetzt werden.


Fünf Minuten nach dem Start fällt ein Feststoffbooster von der Rakete ab (Quelle: JAXA)

Der Start der Rakete vom Typ H-IIA wurde wegen technischer Probleme und schlechten Wetters seit September 2005 mehrfach verschoben. Schließlich startete die Rakete vom Tanageshima Space Center im südlichen Japan und setzte 16 Minuten später den Satelliten ALOS (Advanced Land Observing Satellite) aus.

Wir konnten die H-IIA pünktlich starten und den Satelliten wie geplant aussetzen. Wir sind froh über diesen Erfolg,“ sagte Keiji Tachikawa, Präsident der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA).

Der Minister für Wissenschaft und Technologie, Iwao Matsuda, forderte JAXA auf, „weitere erfolgreiche Starts anzustreben“ und betonte, dass eine Reihe von wichtigen Satellitenstarts anstehen.

Mikrowellenradar
ALOS wiegt vier Tonnen und soll Bilder aus Regionen liefern, die von einer Naturkatastrophe heimgesucht wurden. Er soll außerdem verwendet werden, um Kartenmaterial über die betroffenen Gebiete zu erstellen. Die Information wird anderen asiatischen Ländern und auch europäischen und afrikanischen Agenturen zur Verfügung gestellt.

Der 470 Millionen Dollar teure Satellit ist mit drei Instrumenten ausgerüstet. PALSAR (Phased Array type L-band Synthetic Aperture Radar) ist ein Mikrowellenradargerät, das bei Tag und Nacht durch Wolkendecken hindurch Aufnahmen machen kann. PRISM (Panchromatic Remote-sensing Instrument of Stereo Mapping) kann ausgewählte Gebiete dreidimensional bis zu einer Auflösung von 2,5 Metern abbilden.

Zuletzt kann AVNIR-2 (Advanced Visible and Near Infrared Radiometer type-2) Bodenbedeckungen und Vegetation im sichtbaren und im infraroten Bereich kartieren. ALOS wird einer neunmonatigen Einarbeitungsphase unterzogen, anschließend werden etwa ab November 2006 Daten für Nutzer zur Verfügung gestellt.

Der Druck nimmt zu
Der Start von ALOS war zusätzlich sehr wichtig für das japanische Raumfahrtprogramm. Es war erst der zweite Start einer H-IIA seit dem missglückten Start eines Spionagesatelliten zur Überwachung Nordkoreas im November 2003.

„Dieser Start war der erste deutliche Schritt nach vorn auf dem Weg zur Wiedergewinnung des weltweiten Vertrauens in unsere Raketentechnologie,“ sagte Tsukasa Mito, leitender Direktor der JAXA.

Der Erfolgsdruck auf das japanische Raumfahrtprogramm hatte zugenommen, seit Nachbarland China zunehmend zu einem Konkurrenten geworden ist und andere Raumfahrtnationen auf dem Gebiet des lukrativen Satellitenmarktes Marktanteile gewinnen.

Wenige Beobachter halten es für notwendig, dass Japan sich auf dem Gebiet der Hochtechnologie etwas beweisen muss, es will jedoch auch seinen Anteil am internationalen Markt für das Startgeschäft. „Um wettbewerbsfähig zu werden, müssen wir unser ganzes System besser ausrichten,“ sagte Mamoru Endo, ein für Raketen zuständiger Projektmanager.

„Wir hatten bisher nur eine geringe Anzahl von Starts und wir haben immer noch Fehler im System – auch diesen Start mussten wir mehrfach verschieben,“ sagte Endo. „Durch klare Fortschritte wie diesem, die auch von Versicherungskonzernen beobachtet werden, können wir den Übergang zum privaten Raketenmarkt schaffen.“

Japan plant den Start einer weiteren H-IIA Rakete in etwa einem Monat, Offizielle deuteten jedoch bereits an, dass der Starttermin nach dem ursprünglich geplanten 15. Februar sein werde.
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Quelle: New Scientist zur Startseite...



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