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Kuipergürtel um andere Sterne
23. Januar 2006. Zwei Scheiben mit felsigem Material sind im Orbit zweier relativ alter, der Sonne ähnlicher Sterne gefunden worden. Die Entdeckung könnte etwas Licht in das Dunkel der Entstehungsgeschichte einer ähnlichen Scheibe in unserem eigenen Sonnensystem bringen: dem Kuipergürtel.


Zwei der ältesten bekannten Staubscheiben sind um zwei Sterne in 60 Lichtjahren Entfernung gefunden worden. (Quelle: NASA)

Die Gegenwart einer staubigen und steinigen Scheibe wird bei mehr als 100 Sternen vermutet, da diese einen unerwartet hohen Anteil an Infrarotstrahlung aufweisen. Der infrarote Überschuss stammt vom Staub, welcher vom Stern selbst erhitzt wird. Die Sterne selbst produzieren jedoch soviel Licht, dass bisher nur sehr wenige Staubscheiben im sichtbaren Bereich des Lichts, der Informationen über deren Ausdehnung und Struktur liefert, beobachtet werden konnten.

Nun haben Forscher unter der Leitung von Paul Kalas von der University of California das Hubble Teleskop verwendet und zwei staubige Scheiben um zwei etwa 60 Lichtjahre entfernte abgebildet. Rechnet man den Kuipergürtel hinzu, sind bis heute neun Staubscheiben im sichtbaren Lichtbereich beobachtet worden.

Die bekannten Scheiben sehen aus wie Ringe, deren zentrale Regionen wahrscheinlich durch Planeten gesäubert wurden. Sie werden in zwei Klassen eingeteilt. Enge Gürtel messen zwischen 20 und 30 Astronomische Einheiten, während die breiten Gürtel etwa 50 Astronomische Einheiten messen. Eine Astronomische Einheit (AE) ist der mittlere Abstand zwischen Erde und Sonne.

Eine der neu entdeckten Scheiben um den Stern HD 53143 gehört mit 55 Astronomischen Einheiten zur breiten Kategorie. Die andere Scheibe ist 26 Einheiten schmal und endet abrupt in einem Abstand von 109 Astronomischen Einheiten von ihren Stern HD 139664.

Der Kuipergürtel in unserem eigenen Sonnensystem scheint zur schmalen Kategorie zu gehören. Beobachtungen seiner größeren Objekte zeigen einen scharfen äußeren Rand in einer Entfernung von etwa 50 Astronomischen Einheiten von der Sonne. Es ist jedoch schwierig, kleinere Staubteilchen im Kuipergürtel zu entdecken, und auch größere Brocken sind schwer auszumachen, so dass es nicht genau bekannt ist, wie weit der Kuipergürtel wirklich reicht.

„Ironischerweise ist uns der Kuipergürtel am nächsten, aber wissen am wenigsten über ihn,“ sagt Kalas. „Wir würden wirklich gerne wissen, ob der Staub im Kuipergürtel wesentlich weiter als bis zur 50-AE-Marke reicht, die für größere Objekte gilt. Erst dann können wir unsere Sonne einer der beiden Kategorien zuordnen.“

Weitere Beobachtungen aller Staubscheiben könnten aufdecken, warum eine enge oder eine weitere Scheibe entsteht. Einige Theoretiker glauben, dass enge Staubscheiben durch Braune Zwerge oder Begleitsterne am Wachstum gehindert werden.

Bislang wurde bei einem der neun Sterne mit sichtbaren Staubscheiben ein Begleitstern entdeckt. Forscher wollen wissen, ob auch die anderen Sterne, auch unsere Sonne, Begleiter haben, die bislang einfach noch nicht entdeckt wurden. „Wenn wir den Grund für die scharfe äußere Kante um HD 139664 verstehen würden, könnten wir möglicherweise auch die Geschichte unseres Sonnensystem besser verstehen.

Die beiden Neuentdeckungen gehören außerdem zu den guten Kandidaten für extrasolare Planeten in der so genannten „bewohnbaren Zone“, in der auf Planeten flüssiges Wasser vorkommen kann und die somit eine Voraussetzung für Leben erfüllen könnten. Die Sterne sind 300 Millionen (HD 139664) und eine Milliarde (HD53143) Jahre alt und sind in Masse und Leuchtkraft mit der Sonne vergleichbar. Dadurch leben die Sterne lang genug und es gäbe genug Zeit für die Entwicklung von Leben.
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Quelle: New Scientist zur Startseite...



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