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Begleiter der Milchstraße gefunden
12. Januar 2005. Ein Astronomenteam des Sloan Digital Sky Survey (SDSS) hat einen Begleiter der Milchstraße entdeckt. Der Begleiter ist so groß, dass er vorher nicht aufgefallen war. Man sah den Wald vor lauter Bäumen nicht.


Vergrößerung (Quelle: SDSS)

Die Studie unter der Leitung von Mario Juric und Zeljko Ivezic von der University of Washington fanden eine Ansammlung von Sternen im Sternbild Jungfrau mit einer Ausdehnung von fast 5000 Vollmondscheiben. „Der Sternhaufen ist nur 30 000 Lichtjahre von der Erde entfernt,“ sagte Co-Autor Donald Schneider von der Pennsylvania State University. „Das entspricht der Entfernung zwischen uns und dem Zentrum der Milchstraße, wobei der Haufen natürlich in einer anderen Richtung liegt. Wahrscheinlich ist der Sternhaufen ein Überrest einer kleinen Galaxie, die durch die Gravitation der Milchstraße eingefangen und zerrissen wurde.

Die Begleitgalaxie ist riesig aber sehr lichtarm und enthält hunderttausende von Sternen. Der Begleiter befindet sich innerhalb der Grenzen unserer Galaxie, teilt jedoch nicht die drei Hauptmerkmale unserer eigenen Galaxie: die Form einer flachen Scheibe, eine Konzentration von Sternen im Zentrum und einen annähernd kugelförmigen, stellaren Halo. Die Entdecker halten es für wahrscheinlich, dass die neu entdeckte Struktur eine Zwerggalaxie ist, die mit der Milchstraße verschmilzt.

„Einige der Sterne in diesem Begleiter wurden schon vor Jahrhunderten mit Teleskopen beobachtet,“ erklärt Princeton Student Mario Juric, Hauptautor der Studie. „Da uns die Galaxie so nahe ist, sind ihre Sterne über einen großen Teil des Himmels verteilt und fielen unter den zahlreicheren Sternen der Milchstraße nicht auf. Die Galaxie ist so groß, dass wir sie nicht gesehen haben.“

Die Entdeckung wurde erst durch die Tiefe und photometrische Genauigkeit des SDSS möglich, der bis heute etwa ein Viertel des nördlichen Himmels durchsucht hat. „Wir haben die SDSS Daten verwendet, um die Entfernungen zu 48 Millionen Sternen zu messen und eine dreidimensionale Karte der Milchstraße zu erstellen,“ erklärt Zeljko Izevic die Methode der „photometrischen Parallaxe, die Farben und scheinbare Helligkeiten von Sternen misst, um ihre Entfernung zu ermitteln.

„Es ist, als ob man mit einer 3D-Brille die Milchstraße betrachtet,“ sagte Co-Autor Robert Lupton, ebenfalls Princeton University. „Die Struktur, die vorher im Hintergrund verborgen war, sprang plötzlich ins Auge.“ Das Forschungsergebnis erinnert an die Entdeckung der Sagittarius Zwerggalaxie im Jahr 1994. Damals verwendete Rodrigo Ibata von der Cambridge University Fotografien, um auf der Gegenseite unserer Milchstraße in einer Entfernung von 75 000 Lichtjahren einen Überschuss an Sternen festzustellen. Während die Sagittarius Galaxie die Milchstraße umkreist, löst sie sich langsam auf und verbindet sich mit der Scheibe der Milchstraße.

Im darauf folgenden Jahrzehnt hatten haben neue , digitale Himmelsdurchmusterungen viele Ansammlungen von Sternen in den äußeren Bereichen der Milchstraße entdeckt. Einige dieser Ansammlungen sind wahrscheinlich neue Begleiter der Milchstraße, während andere teile von sich auflösenden Zwerggalaxien sein könnten.

Eine andere Gruppe von SDSS Astronomen unter der Leitung von Daniel Zucker vom Max Planck Institut für Astronomie in Heidelberg haben die bisher leuchtschwächsten Begleiter der Andromeda Galaxie entdeckt, der nächsten mit der Milchstraße vergleichbaren Spiralgalaxie. „Diese neuen Andromeda Begleiter und die neuen Begleiter der Milchstraße deuten darauf hin, dass kleine Satellitengalaxien in unserer lokalen Gruppe häufig sein könnten,“ sagt Zucker.
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Quelle: SDSS zur Startseite...



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