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Riesiger Sternhaufen entdeckt
09. Januar 2005. Nennen wir es das Bermuda Dreieck der Milchstraße: ein kleines Himmelsgebiet, welches seit Jahren als Quelle von mysteriösen Röntgen- und Gammastrahlenausbrüchen bekannt ist.


Hubble Aufnahme des Polaris SystemsVergrößerung (Quelle: Hubble)

Nun hat ein Team von Astronomen um Don Figer vom Space Science Institute das Rätsel gelüftet und dort einen der massivsten Sternhaufen der Galaxie entdeckt. Der wenig bekannte Sternhaufen, der nicht katalogisiert ist und etwa 20 mal gewichtiger ist als ein typischer Sternhaufen in unserer Galaxie, scheint die Quelle der Strahlenausbrüche zu sein.

Hinweise auf das hohe Gewicht des Sternhaufens liefert die Existenz von 14 Roten Riesen, massiven Sternen am Ende ihres Lebens. Sie dehnen sich auf das ungefähr hundertfache ihrer normalen Größe auf, bevor sie als Supernovae explodieren. Figers Team glaubt, dass die Strahlenausbrüche auf Supernovaexplosionen zurückgehen. Beobachtungen von Roten Überriesen sind selten. Nur etwa 200 sind in der gesamten Galaxie gefunden worden. Die geringe Anzahl erklärt sich aus der astronomisch betrachtet relativ kurzen Phase, in denen sie Rote Riesen sind. Die Phase dauert nur etwa eine halbe bis eine Million Jahre.

„Nur die größten Sternhaufen können viele Rote Riesen haben, denn nur dort können superschwere Sterne entstehen,“ erklärt Figer. „Sie sind gute Zeiger die den Astronomen die Bestimmung der Masse eines Sternhaufens ermöglichen. Der Fund liefert außerdem eine seltene Chance, solche Sterne kurz vor ihrer Explosion zu beobachten. Normalerweise werden wir erst auf sie aufmerksam, nachdem sie zur Supernova geworden sind.“

Die 14 Roten Riesen in diesem Haufen schlagen den nächsten Sternhaufen in punkto Häufigkeit um Längen. Der nächste Sternhaufen, NGC 7419, besitzt fünf Rote Riesen. Sterne die zu Roten Überriesen werden, besitzen die 8-25-fache Masse der Sonne und sind 6-15 Millionen Jahre alt.

Die Forschergruppe fand den Sternhaufen im in den Daten des Katalogs des Two Micron All Sky Survey. Der Astronom John MacKenty führte im September und Oktober 2005 Nachfolgeuntersuchungen mit einem speziellen erdbasierten Spektrographen durch. Dieser Multi-Objekt Spektrograph hat etwa 500 000 bewegliche und mikroskopisch kleine Spiegel, mit denen gleichzeitig die Infrarotspektren von bis zu 100 Sternen untersucht werden können. Die Spektren stellen den Energieausstoß eines Sterns als individuelle Linien da, die Aufschluss über die Zusammensetzung, Temperatur, Masse und das Alter des Sterns geben. Astronomen wollen eine ähnliche Technik für den Spektrographen einsetzen, der 2013 an Bord des James Webb Space Telesope ins All abheben soll.

Figer stützte sich auf Daten von einer Reihe von Teleskopen, inklusive Spitzer,um zu bestätigen, dass die Infrarotfarben der vermutlich gefundenen Roten Riesen mit denen von bekannten Roten Riesen übereinstimmen. Die von Figers Team gefundenen Roten Riesen sind sehr leuchtstark und deuten auf ein Alter des Sternhaufens von nur 8-10 Millionen Jahren. Der Sternhaufen muss jung genug sein, um die kurzlebigen Sterne noch vor ihrer Explosion beobachten zu können, aber auch alt genug, um den Sternen Zeit gegeben zu haben, die Riesenphase zu erreichen. Der Sternhaufen besitzt eine Masse von 20 000 Sonnen und enthält etwa 20 000 Sterne.

Der Sternhaufen ist der erste von 130 Kandidaten, die von Figer und seinem Team in den nächsten fünf Jahren unter anderem mit Hubble und Spitzer beobachten wollen. „Wir können nur einen kleinen Teil unserer Galaxie im sichtbaren Bereich beobachten, da ein Staubschleier den größten Teil von ihr verdeckt,“ sagte Figer. „Ich weiß, dass es andere große Sternhaufen in der Milchstraße gibt, die wir wegen des Staubs nicht sehen können. Mein Ziel ist es, mit Infrarotlicht den Schleier zu durchdringen.“

Der große Sternhaufen, zwei Drittel des Weges zum Zentrum der Milchstraße und damit 18 900 Lichtjahre von uns entfernt, liegt in einem Gebiet, dass zuvor schon für seine Strahlenaktivität bekannt war Astronomen wussten, dass dort etwas passierte, sie konnten nur die Quelle nicht identifizieren.
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Quelle: Hubblesite zur Startseite...



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