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Tag der Wahrheit für den Kometenfänger
05. Januar 2005. Sieben Jahre und fünf Milliarden Kilometer. So lang war die NASA Sonde Stardust im All unterwegs, um einige winzige Partikel Kometenstaub einzufangen und nun nach hause zu bringen.


Collage zur Mission Stardust Vergrößerung (Quelle: NASA)

In den frühen Morgenstunden des 15. Januar wird Stardust eine Kapsel mit der teuren Fracht über dem US Bundesstaat Utah abwerfen. Passiert kein unvorhergesehenes Missgeschick, dann wird uns der Staub den ersten Blick auf das Ursprungsmaterial unseres Sonnensystems werfen lassen.

„Wenn es klappt, werden wir eine endlose Schlange von Leuten haben, die etwas von dem Kometenmaterial haben möchten,“ sagt Kometenspezialist David Hughes von der University of Sheffield. Gestartet im Februar 1999 benötigte die Sonde fast fünf Jahre um den Kometen Wild 2 zu erreichen, der zwischen Mars und Jupiter die Sonne umkreist. Stardust näherte sich dem Kometen bis auf 236 Kilometer und fuhr eine Teilchenfalle in Form eines Tennisschlägers aus, um die schnellen Teilchen mit einem extrem leichten „Aerogel“ einzufangen. Das Ziel war, etwa 500 Teilchen mit einem Durchmesser von mindestens 15 Mikrometern einzufangen, wahrscheinlich wurden sogar fünf mal so viele gesammelt.

Nahaufnahmen von Wild 2 zeigten zahllose Vertiefungen mit steil abfallenden Rändern von mehreren hundert Metern Höhe sowie bizarre Säulen. „Es war absolut atemberaubend,“ sagt Missionsleiter Don Brownlee von der University of Washington. Gasausstöße mit nahezu Schallgeschwindigkeit schleuderten Staub und Partikel gegen die Sonde. „Es war ein bisschen wie ein Flug durch Luftabwehrfeuer,“ sagt Brownlee.

Nachdem Stardust seine Ladung in die Erdatmosphäre entlassen hat, werden Fallschirme die Kapsel bremsen und eine Landung südwestlich von Salt Lake City ermöglichen. Drei Hubschrauber werden die Kapsel, die mit einem Peilsender ausgestattet ist, verfolgen und aus der Wüste bergen. Anschließend wird die Kapsel zum Johnson Space Center der NASA gebracht.

Im Labor können Forscher die Elemente und Isotope von Kometen erstmals genau vermessen. Der Komet Wild 2 hatte Milliarden von Jahren im Kuipergürtel verbracht, wo er den ursprünglichen Zustand der Materie zum Zeitpunkt der Entstehung des Sonnensystems bewahrte.

Missionen, bei denen Proben zur Erde gebracht werden sollen, sind notorisch unzuverlässig. Die japanische Sonde Hayabusa ist immer noch unbeweglich in der Nähe des Asteroiden, von dem sie Proben entnommen hatte. Die Kapsel der NASA Sonde Genesis, die Teilchen des Sonnenwindes gesammelt hatte, krachte im September 2004 ungebremst in den Wüstensand von Utah, weil die Fallschirme aufgrund eines Designfehlers nicht öffneten. Tests an Stardust, die vor deren Start durchgeführt wurden, schließen den gleichen Fehler immerhin aus. Eine kürzlich durchgeführte Übung, bei der drei Hubschrauber eine Kapsel verfolgten, die aus drei Kilometern abgeworfen worden war, verlief nach Plan. „Das ist wahrscheinlich einer der leichteren Aufgaben der Mission,“ sagt Brownlee. Dem stimmt Hughes zu. „Die Mission und die Probenaufnahme sind problemlos verlaufen und die Bilder von Wild 2 waren exzellent.“ Es ist, als stünden wir nun am Gepäckband des Flughafens, auf das Gepäck wartend und hoffend, dass es angekommen ist.
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Quelle: Newscientist zur Startseite...



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