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Mit Galileo in die mobile Zukunft
23. Dezember 2005. Galileo, Europas größtes Technologieprojekt, nähert sich seinem Einsatzbeginn. Das innovative Satellitennavigationssystem soll künftig den Bürgern Europas und weltweit einen fortgeschrittenen Ortungsdienst auf allen Ebenen und in allen Bereichen bieten.


Neue Anwendungen am Horizont (Quelle: ESA).

Kein geringerer als Italiens Genius und Weltbildrevolutionär Galileo Galilei ist Namensgeber des ehrgeizigen Gemeinschaftsprojekts der ESA und der Europäischen Union: des Navigationssystems Galileo. Via Satellit werden Signale zur Erde übertragen, die Zeit und Ort präzise bestimmen können.

Auch dieser neue Galileo soll die Welt verändern: Die genaue Bestimmung des Standortes und der Zeit sind Informationen, die bisher mit hoher Genauigkeit nicht einfach zu beschaffen und noch schwerer zu kombinieren waren. In wenigen Jahren wird dies für jedermann an jedem Ort auf dem Planeten Erde möglich sein. Galileo stellt daher eine technologische Revolution dar, die mit der durch den Mobilfunk ausgelösten vergleichbar ist. Sie wird zur Entwicklung einer neuen Generation weltweit verfügbarer universeller Dienste führen.

Die Satellitennavigation gilt daher als eines der großen Wachstumsfelder der Raumfahrt. An dem zu verteilenden Kuchen möchte Europa nicht nur partizipieren. Es will sich mit dem Aufbau des eigenständigen Galileo-Systems sowohl einen wichtigen Technologievorsprung erarbeiten als auch strategisch aus der US-Abhängigkeit befreien.

Bis zum Ende des Jahrzehnts soll das neue Satellitennavigationssystem einsatzbereit sein. Dann werden 30 Satelliten in einer Höhe von etwa 23600 Kilometer die Erde umrunden. Von ihnen gehen höchstgenaue Signale aus, anhand derer jedermann mit einem kleinen und preisgünstigen Empfangsgerät seinen Standort auf wenige Meter genau bestimmen kann. Galileo ist zugleich ein wichtiger Konjunkturmotor in Europa. Prognosen gehen davon aus, dass jeder in Galileo und seine Dienste investierte Euro sich mindestens fünffach rentieren wird. Arbeitsmarktspezialisten rechnen mit der Schaffung von mehr als 100 000 neuen Arbeitsplätzen - allein in Europa. Und der Boom dürfte im kommenden Jahrzehnt sogar noch zunehmen. Schätzungen zufolge soll der Markt für IT-/Telematikdienstleistungen bis zum Jahr 2020 weltweit auf über 200 Mrd. Euro jährlich anwachsen.

Und Galileo ist ein weltweit beachtetes Projekt. Am 8. November 2005 hat Marokko als erster afrikanischer Staat eine Beteiligung an Galileo unterzeichnet. Marokko ist nach China, Israel, der Ukraine und Indien der fünfte Staat, der sich an Galileo beteiligt. Mit Argentinien, Australien, Brasilien, Chile, Kanada, Malaysia, Mexiko und Südkorea wird derzeit noch verhandelt. Interessensbekundungen liegen von weiteren afrikanischen und asiatischen Staaten vor.

Weitere Artikel dieses ESA Web Specials finden sie auf deren Seiten unter http://www.esa.int/esaCP/SEM0198A9HE_Germany_0.html  
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