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Zweiter Mond für die Zigarrenwelt
02. Dezember 2005. Astronomen haben einen zweiten Mond im Orbit einer relativ großen, zigarrenförmigen Welt am äußeren Rand unseres Sonnensystems entdeckt. Die Entdeckung lässt darauf schließen, dass oft mehrere Monde bei vielen entfernten Objekten gefunden werden können – die ungewöhnlichen Umlaufbahnen werfen aber Fragen bezüglich ihres Ursprungs auf.


Möglicherweise Zigarrenförmig (Quelle: NASA).

Die Monde umkreisen einen felsigen Körper mit der Bezeichnung 2003 EL61, eins der besonders bizarren Mitglieder des Kuipergürtels, der sich jenseits der Neptunbahn erstreckt. 2003 EL61 dreht sich alle vier Stunden um die eigene Achse – schneller als jedes andere Kuipergürtelobjekt – und hat die Form einer Zigarre mit einer Länge von 2000 Kilometern, also fast der Durchmesser des Pluto.

Im Januar 2005 hatte ein Team unter der Leitung von Mike Brown von der California Tech einen ersten Mond entdeckt, der einen Durchmesser von bis zu 300 Kilometern haben könnte. Dieser Mond benötigt etwa 49 Tage um 2003 EL61 in einer Entfernung von 49 000 Kilometern zu umkreisen.

Nun hat dasselbe Team einen weiteren, leuchtschwächeren Mond auf drei von fünf früheren Bildern des Keck Observatoriums auf Hawaii gefunden. Der neue Mond könnte einen Durchmesser von etwa 150 Kilometern haben und umkreist die „Zigarre“ alle 34 Tage in einer Entfernung von 39 000 Kilometern. Der neue Mond befindet sich in einer Ebene, die gegenüber der des ersten Mondes um 40 Grad verschoben ist.

Die Forscher vermuten, dass die Monde aus Bruchstücken entstanden sind, die das Ergebnis eines Einschlags eines anderen großen Kuipergürtelobjektes während der Entstehung des Sonnensystems vor mehr als vier Milliarden Jahren sind. In ihrem Modell erhitzte der Zusammenstoß 2003 EL61 derart, das er einen Großteil seines Eises verlor und hauptsächlich Gestein übrig blieb. Der Einschlag versetzte den Körper außerdem in eine Rotation, durch die 2003 EL61 in die Länge gezogen wurde.

Das erklärt einen Großteil der Merkmale dieses Systems, so Brown. Die „schwierige Frage“ sei jedoch der Unterschied in den Ebenen der beiden Monde. „Meine Vermutung ist, dass sich die beiden Monde mit ihrer Schwerkraft beeinflussten, als sie sich näher waren.“

Robin Canup, ein Planetenwissenschaftler des Southwest Research Institute stimmt zu, dass eine Kollision die Gegenwart der beiden Monde und auch die Rotationsgeschwindigkeit erklären könnte. Der Unterschied der Mondumlaufbahnen sei jedoch in diesem Zusammenhang überraschend und könne auf eine komplexere Entstehungsgeschichte hinweisen.

Masse bedeutet Monde
Pluto wurde vor kurzem zum ersten Objekt des Kuipergürtels mit mehr als einem Mond. Nun deutet die Entdeckung eines zweiten Systems auf weitere hin, so Brown.

Brown fügt hinzu, dass drei der vier größten Kuipergürtelobjekte – Pluto, 2003 EL61 und 2003 UB313(im Moment bekannt als „Zehnter Planet“) – mindestens einen Mond besitzen. Das ist wesentlich mehr als die zehn Prozent der kleinen Kuipergürtelobjekte, die einen Mond besitzen. Masse könnte also ein wichtiger Faktor bei der Entstehung und Erhaltung von Monden sein.

„Meine Vermutung ist, dass zwar viele Objekte Kollisionen ausgesetzt waren, nur die größeren in der Lage waren, eine Staubscheibe zu erhalten und daraus Monde zu formen,“ sagte Brown.
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Quelle: New Scientist zur Startseite...



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