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MARSIS entdeckt verborgene Krater und Eis
30. November 2005. Erstmals in der Geschichte der Erforschung der Planeten hat ein Instrument Daten über den Untergrund eines Planeten geliefert. Das Radargerät MARSIS an Bord der ESA Sonde Mars Express hat Eis und Krater nachgewiesen.


Vergrößerung (Quelle: ESA).

Die ersten Daten liefern unter anderem verschüttete Einschlagkrater, verschiedene Gesteinsschichten am Nordpol und Hinweise auf das Vorhandensein von Eis tief unter der Oberfläche des Mars.

Der Untergrund des Mars war bisher ein unentdecktes Land. Nur vereinzelte Blicke konnten bisher in die Tiefen des Mars geworfen werden, wenn ein Einschlagkrater oder eine Schluchtwand untersucht wurden. Alternativ konnte von der Geographie des Mars auf dessen Untergrund geschlossen werden.

Trotz der noch recht jungen Messungen auf der Nachtseite des Planeten während der letzten Wochen beeinflusst MARSIS (Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionospheric Sounding) bereits unser Verständnis des Roten Planeten. Die Forschung erreicht eine dritte Dimension: das Innere des Mars.

Erste Daten zeigen eine fast runde Struktur mit einem Durchmesser von 250 Kilometern, die in mittleren Breitengraden der Chryse Planitia Region knapp unter der Oberfläche des Mars verborgen liegt. Die Wissenschaftler interpretieren die Struktur als Einschlagkrater, die möglicherweise eine dicke Schicht von wasserreichem Material enthält.

Um dieses erste Bild des Untergrundes zu erstellen, studierte das MARSIS Team das Echo der von ihrem Instrument ausgesendeten Radiowellen, die durch Oberfläche drangen und von tiefer gelegenen Schichten zurückgeworfen wurden. Die Art und Weise, wie die Wellen zurückgeworfen werden, lässt die Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Untergrundes ziehen.

Die Echostrukturen formen eine Sammlung von parabelförmigen Bögen und einer zusätzlichen 160 Kilometer langen und ebenen Schicht, die Radiowellen reflektiert und parallel zur Oberfläche verläuft. Die Parabelbögen könnten zu Ringstrukturen von einem oder mehreren Einschlagkratern gehören. Andere Echos könnten sogar Kraterwände zeigen.

Die ebene Reflektionsschicht passt zu einer Trennschicht, die einen Kraterboden in 1,5 bis 2,5 Kilometern Tiefe vom darüber liegenden Material trennt. In einer Analyse dieser Reflektionsschicht schließen Wissenschaftler nicht aus, dass Wassereis enthaltendes Material von geringer Dichte zumindest Teilweise den Einschlagkrater aufgefüllt hatte.

„Die Entdeckung eines großen, verborgenen Einschlagkraters lässt vermuten, dass MARSIS weitere verborgene Krater auf dem Planeten entdecken kann,“ sagt Jeffrey Plaut, Vizeleiter für das MARSIS Instrument. „Wir sind möglicherweise gezwungen, die Chronologie der Entstehung und Entwicklung des Mars zu überdenken.“

MARSIS untersuchte außerdem die nördlichen Schichtablagerungen, die sich in der Umgebung des Nordpols befinden, zwischen 10 und 40 Grad östlicher Länge. Frühere Forschungen konnten sich nur auf Bilder, topographische Messungen und ähnliche auf die Oberfläche beschränkte Techniken beziehen.

Zwei deutliche Echos aus diesem Gebiet sind die Reflexion der Oberfläche selbst und die Reflexion an einem Punkt, an dem sich zwei unterschiedliche Materialien treffen. Eine Analyse der beiden Echos ergab als wahrscheinlichstes Szenario eine nahezu reine, über einen Kilometer dicke Wassereisschicht über einer Basaltschicht. Dieser Schluss würde die Hypothese einer Schmelzzone unter den nördlichen Schichtablagerungen widerlegen.

Bis jetzt hat das MARSIS Team keine überzeugenden Beweise für die Existenz von flüssigem Wasser im Untergrund gefunden, aber die Suche hat gerade erst begonnen. „MARSIS demonstriert jetzt schon seine Fähigkeit, Strukturen und Schichten unter der Oberfläche zu finden, die kein anderes Instrument erkennen kann,“ sagte der wissenschaftliche Leiter des MARSIS Instrumentes, Giovanni Picardi.
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Quelle: ESA zur Startseite...



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