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Sternentstehung im Herzen der Milchstraße
14.Oktober 2005. Das NASA Röntgenteleskop Chandra hat im Zentrum der Milchstraße eine neue Generation von Sternen entdeckt, die vom dortigen Schwarzen Loch erzeugt werden. Diese neuartige Form der Sternentstehung könnte einige Rätsel im Zusammenhang mit dem zentralen Schwarzen Loch lösen.


Chandra Bild des Zentrums der Milchstraße und eine künstleische Darstellung derselben Vergrößerung (Quelle: Chandra).

„Massive Schwarze Löcher sind normalerweise bekannt für ihre Gewalt und Zerstörung,“ sagte Sergej Nayakshin von der University of Leicester. „Es ist daher bemerkenswert, dass dieses Schwarze Loch dabei hilft, Sterne hervorzubringen anstatt sie zu zerstören.“

Schwarze Löcher haben sich ihren gefährlichen Ruf erworben da jede Materie, auch ganze Sterne, die hinter den „Ereignishorizont“ fallen, nie wieder gesehen wird. Die neuen Forschungsergebnisse deuten auf riesige Gasscheiben hin, die das Schwarze Loch in sicherer Entfernung vom Ereignishorizont umkreisen und neuen Sternen die Entstehung ermöglichen. Die Erkenntnis folgt auf neue Entdeckungen, die nur im Röntgenbereich gemacht werden konnten. Bis zur Veröffentlichung der neuesten Chandra Daten waren die Forscher uneins über die Herkunft einer rätselhaften Gruppe massiver Sterne, die durch Infrarotastronomie entdeckt wurde.

Die Sterne befinden sich in einer Umlaufbahn in einer Entfernung von weniger als einem Lichtjahr um das zentrale Schwarze Loch, auch als Sagittarius A* (Sgr A*) bezeichnet. Bei solch geringen Entfernungen zu Sgr A* sagt das Standardmodell der Sternentstehung ein Zerreißen der Gaswolken durch die Gezeitenkräfte des Schwarzen Loches voraus. Es gibt zwei Modelle, die auf früheren Untersuchungen basieren und die versuchen, dieses Puzzle zu lösen. Nach dem Scheibenmodell ist die Gravitation innerhalb der Staubscheibe um Sgr A* groß genug, um den Gezeitenkräften des Schwarzen Lochs entgegenzuwirken und so Sterne entstehen zu lassen.

Nach dem Migrationsmodell entstanden die Sterne in einem Sternhaufen in größerer Entfernung vom Schwarzen Loch und näherten sich ihm dann, um einen Ring von Sternen zu bilden.

Die neuen Chandra Daten wurden nun verwendet, um das Leuchten im Röntgenbereich in der Region um Sgr A* mit dem von tausenden von jungen Sternen im Orion Sternhaufen zu vergleichen. Die Astronomen kamen zu dem Schluss, dass der Sternhaufen bei Sgr A* nur etwa 10 000 Sterne von geringer Masse enthält, wodurch das Migrationsmodell ausgeschlossen werden konnte. Da das galaktische Zentrum in dichten Staub gehüllt ist, sind optische Beobachtungen im sichtbaren Lichtbereich nicht möglich. Die Röntgenaugen von Chandra sind jedoch in der Lage, den Mantel zu durchdringen.

Die Forschungsarbeit wurde unter anderem von Nayakshin und Rashid Sunyaev vom Max-Planck-Institut für Physik in Garching begleitet.

„In einer der unwirtlichsten Gegenden unserer Galaxie haben Sterne es geschafft zu überleben,“ sagte Nayakshin. „Es scheint, als sei Sternentstehung weitaus hartnäckiger als zuvor angenommen.“ „Wir können davon ausgehen, dass die Sterne um Sgr A* dort entstanden sind und nicht durch einen vorbei wandernden Sternhaufen dort abgeladen wurden,“ sagte Sunyaev. „Es gab bisher nur Theorien dazu, aber keine handfesten Beweise. Viele Wissenschaftler werden von diesen Ergebnissen überrascht sein.“

Die Forschungsergebnisse deuten an, dass sich die Gesetze der Sternentstehung verändern, wenn sie in einer Scheibe um ein Schwarzes Loch herum stattfindet. Da die Umwelt sich von typischen Regionen der Sternentstehung radikal unterscheidet, ist auch die Massenverteilung der Sterne anders. Beispielsweise ist der Anteil an schweren Sternen im Umfeld von Sgr A* wesentlich höher.

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Quelle: Chandra zur Startseite...



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