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Venus Express ist startklar
29.September 2005. Die Europäische Weltraumagentur steht kurz davor, eine Forschungssonde mit dem Ziel Venus zu starten. Es wird die erste Mission zu diesem höllisch heißen Planeten seit 15 Jahren sein.


Künstlerischer Eindruck der Venusoberflächhe Vergrößerung (23k)(Quelle: ESA).

Venus Express soll am 26. Oktober an Bord einer Sojus Rakete vom Weltraumbahnhof in Baikonur starten. Nach der Ankunft im April 2006 wird die Sonde den Planeten in einem lang gestreckten Orbit auf Entfernungen zwischen 250 und 60 000 Kilometern umfliegen.

Sieben Instrumente werden den Planeten auf verschiedenen Wellenlängenbereichen untersuchen. Astronomen erhoffen sich Aufschlüsse über die Frage, wie ein Planet der unserer Erde bezüglich Masse, Größe und Entfernung zur Sonne ähnlicher ist als jeder andere, sich zu einer so ungastlichen und heißen Welt entwickeln konnte.

Temperaturen betragen etwa 450 Grad Celsius und die dichte Kohlendioxidatmosphäre erzeugt das neunzig fache des Drucks auf der Erde, während schwefelsaurer Regen aus der Atmosphäre niedergeht. „Wir versuchen immer noch zu verstehen, warum Venus und Erde sich so radikal unterscheiden,“ sagte Astronom Fred Taylor von der englischen Oxford University.

Rätselhafte Wirbel
Die ESA Mission wird sich hauptsächlich auf die Temperatur und Zusammensetzung der Venusatmosphäre konzentrieren. Die Atmosphäre dreht sich 50 bis 60 Mal schneller als der Planet selbst, der sich in 243 Tagen einmal um die eigene Achse dreht. Besonders neugierig sind die Forscher auf hurrikanähnliche Wirbel über den Polen des Planeten.

An der Mission beteiligte Wissenschaftler hoffen auch auf Beobachtungen der Oberfläche wo immer die Wolkendecke dünner ist und es zulässt. Stellen mit dünner Wolkendecke wurden beim Vorbeiflug von Galileo im Jahr 1990 beobachtet. Flecken im nahen Infrarotbereich auf der Nachtseite des Planeten wurden als Wärme interpretiert, die von Venus selbst ausgestrahlt wird. „Die Oberfläche ist so heiß, dass sie die dünneren Wolken von innen durchleuchtet,“ sagt Taylor.

Die Oberfläche soll auch nach Anzeichen von aktivem Vulkanismus abgesucht werden, der bisher nicht beobachtet werden konnte, Anzeichen dafür liefert aber der Schwefelgehalt der Atmosphäre. Nahezu 90 Prozent der Oberfläche sind von basaltischen Lavaströmen bedeckt. Die Zahl und Größe der Einschlagkrater lässt auf ein Alter der Lava von etwa 500 Millionen Jahren schließen.

Das Alter könnte bedeuten, dass Venus im Unterschied zur Erde keine Plattentektonik aufweist, die es der Hitze im inneren des Planeten erlauben zu entweichen.

Stattdessen könnte die Venus nur eine einzige Platte besitzen, die vor 500 Millionen Jahren zerstört wurde, nachdem sich genug Wärme im inneren angestaut hatte. „Solche katastrophalen Ausbrüche könnten ein Kreislauf sein,“ sagt Dimitri Titov vom Max Planck Institut für Solar System Studies in Katlenburg-Lindau. „Aber lokale vulkanische Prozesse laufen wahrscheinlich andauernd ab, und die austretenden Gase würden das extreme Klima auf unserem Nachbarplaneten zu einem guten Teil erklären.“  

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Quelle: New Scientist zur Startseite...



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