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Superschwere Galaxie sprengt jede Theorie
28.September 2005. Zwei der großen NASA Teleskope, Hubble und Spitzer, haben bei der Messung des Gewichtes von fernen Galaxien zusammengearbeitet. Eine dieser Galaxien gehört zu den entferntesten jemals beobachteten und scheint trotz seiner Jugend ungewöhnlich schwer und entwickelt zu sein.


Vergrößerung (950k)(Quelle: Hubble).

Das stellte für die beteiligten Astronomen eine Überraschung dar, wird doch allgemein angenommen, dass frühe Galaxien kleinere Ansammlungen von Sternen seien, die sich erst allmählich zu großen Galaxien wie unserer Milchstraße entwickelten.

„Die beobachtete Galaxie HUDF-JD2 scheint sich schnell gebildet zu haben, innerhalb von wenigen 100 Millionen Jahren nach dem Urknall. Ihre Sterne bringen das achtfache unserer Milchstraße auf die Waage und plötzlich hörte die Sternenentstehung auf,“ sagte ESA Mitarbeiter Bahram Mobasher vom Space Telescope Science Institute in Baltimore.

Die Galaxie wurde aus etwa 10 000 anderen heraus gesucht, die sich im so genannten Hubble Ultra Deep Field (HUDF) befanden. Die Galaxie ist vermutlich genauso weit von uns entfernt wie die entferntesten bisher entdeckten Galaxien und stammt aus einer Zeit, als das Universum etwa 800 Millionen Jahre alt war. Das sind etwa fünf Prozent des jetzigen Alters des Universums von ungefähr 14 Milliarden Jahren.

Wissenschaftler entdeckten die Galaxie bei der Betrachtung der UDF Infrarotaufnahmen von Hubble. Sie erwarteten eine kleine und junge Galaxie, ähnlich den anderen Galaxien in dieser Entfernung. Stattdessen fanden sie Hinweise auf eine bemerkenswert entwickelte und schwere Galaxie, in denen die Sterne bereits seit geraumer Zeit bestehen.

Die optischen HUDF Aufnahmen sind die weitreichendsten, die jemals gemacht wurden, doch ist die Galaxie nicht auf ihnen zu finden. Das bedeutet wahrscheinlich, dass ein großer Teil des sichtbaren Lichts dieser Galaxie auf dem weiten Weg von Wasserstoffwolken absorbiert worden ist. Entdeckt wurde HUDF-JD2 schließlich mit Hubbles Nahinfrarotkamera und dem Multi-Object Spectrometer. Die Galaxie wurde außerdem mit dem Very Large Telescope der Eurpäischen Südsternwarte nachgewiesen. In dessen langwelligen Infrarotbereichen erscheint die Galaxie sehr schwach und rot.

Eine große Überraschung waren die viel helleren Bilder der Galaxie im langwelligeren Infrarotbereich von Spitzer. Spitzer ist besonders empfänglich für das Licht von alten und roten Sternen, die den größten Teil der Masse der Galaxie ausmachen. Die Infrarothelligkeit der Galaxie deutet also auf eine extrem schwere Galaxie hin. „Selbst im heutigen Universum wäre das eine große Galaxie,“ sagte Mark Dickinson vom National Optical Astronomy Observatory in Arizona. „Und zu einer Zeit, da das Universum erst 800 Millionen Jahre alt ist, ist sie auf jeden Fall gigantisch.“

Die Spitzer Beobachtungen wurden unabhängig voneinander auch von Laurence Eyles (University of Exeter, Großbritannien) und Haojing Yan (Spitzer Science Center) bestätigt. Sie fanden auch Hinweise auf entwickelte Sterne in weniger großen Galaxien in einer ähnlichen Entfernung, als das Universum etwa eine Milliarde Jahre alt gewesen sein muss.

Die neuen Beobachtungen von Mobasher erweitern den „Tatbestand“ der überraschend entwickelten „Baby-Galaxien“ um ein Objekt, das etwa zehnfach schwerer ist und seine Sterne möglicherweise noch früher gebildet hat.

Obwohl Astronomen annehmen, dass die meisten großen Galaxien ganz allmählich aus kleineren Galaxien entstanden sind, deuten die neuesten Entdeckungen auf Ausnahmen hin, die sehr früh sehr schnelle entstanden. Die Entstehung dieser großen Galaxien muss mit einem sehr explosiven Prozess der Sternentstehung einhergegangen sein.  

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Quelle: Hubble zur Startseite...



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