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Alter staubiger Stern verschlingt toten Planeten
12.September 2005. Astronomen haben Staub in der Umgebung eines weitestgehend toten Sterns beobachtet, obwohl Gravitation und Strahlung vor langer Zeit jedes Zeichen von Staub beseitigt hätten sollen. Die Entdeckung könnte Licht auf das Schicksal unseres eigenen Sonnensystems in mehreren Milliarden Jahren werfen.


Künstlerische Darstellung einer Staubscheibe um einen Weißen Zwerg Vergrößerung (64k) (Quelle: UCLA).

Die Ergebnisse basieren Beobachtungen im mittleren Infrarotbereich, die mit dem Gemini North, einem 8-Meter Teleskop auf dem Mauna Kea, Hawaii, durchgeführt wurden. Die Beobachtungen ergaben einen überraschend hohen Anteil an Staub im Orbit des Sterns GD 362.

„Es ist nicht einfach zu erklären,“ sagte Eric Becklin, Astronom der University of California in Los Angeles (UCLA). „Unsere beste Vermutung ist, dass etwas wie ein Asteroid oder sogar ein Planet um diesen schon lange toten Stern zermahlen wird und den Stern mit Staub versorgt. Das Ende unseres eigenen Sonnensystems könnte ähnlich düster aussehen.“

„Wir können jetzt gewissermaßen einen Blick auf die Zukunft unseres eigenen Planetensystems werfen,“ sagte Benjamin Zuckerman, Professor für Astronomie und Physik an der gleichen Universität und Mitglied des Astrobiology Institute der NASA.

„Der Grund, warum das so interessant ist, ist die Tatsache, dass der Weiße Zwerg mehr Metalle in seiner Atmosphäre aufweist als jeder andere bekannte Weiße Zwerg,“ sagte Zuckerman. „Dieser Weiße Zwerg hat ebenso viel Kalzium, Magnesium und Eisen wie unsere Sonne, obwohl keins dieser schweren Elemente dort sein dürfte. Das ist eine völlige Überraschung. Wir haben also Fortschritte gemacht, gleichzeitig aber neue Fragen aufgeworfen.“

“Dieser Staub sollte nicht länger als einige Hundert Jahre existieren, bevor er durch die Anziehungskraft des Sterns in die Atmosphäre gezogen wurde und dort durch die hohen Temperaturen zerstört wird,“ sagte Inseok Song vom Gemini Observatorium. „Etwas versorgt diesen toten Stern jedoch dauerhaft mit neuem Staub“.

„Es gibt nur wenige Szenarien, die derart viel Staub um einen alten Stern erklären können,“ sagte Michael Jura von der UCLA, zuständig für die Modellierung der staubigen Umgebung des Sterns. „Wir schätzen, dass GD 362 seit etwa fünf Milliarden Jahren auskühlt und der Staub in dieser Zeit eigentlich längst verschwunden sein müsste.“

Jura vergleicht den Staub mit den Saturnringen und vermutet, dass der Staub um GD 362 die Folge der Zerstörung eines Himmelskörpers ist, der dem Stern zu nah kam.

GD 362 ist ein Weißer Zwerg. Es ist das Endstadium der Entwicklung von Sternen wie unserer Sonne und auch massiverer Sterne. GD 362 hatte ursprünglich die siebenfache Masse der Sonne. Nach Millionen von Jahren des nuklearen Brennens hatte der Stern seinen Treibstoff verbraucht und konnte nicht mehr genug Energie produzieren, um dem Druck der Gravitation stand zuhalten. Nach einer kurzen Periode der Instabilität und Verlust von Masse kollabierte der Stern zu einem weißglühenden Zwerg. Dieser kühlt nun im Laufe von Milliarden von Jahren aus.

Aufgrund der Abkühlungsrate schätzen die Astronomen die seit dem Tod des Sterns verstrichene Zeit auf zwei bis fünf Milliarden Jahre.

„Dieser lange Zeitraum würde erklären, warum keine leuchtende Gashülle, ein so genannter planetarischer Nebel, bestehend aus Material das während des Kollapses ausgestoßen wurde, erkennbar ist,“ sagte Gemini Astronom Jay Farihi.

Während seines Übergangs zu einem weißen Zwergstern verlor der Stern etwa sechs Sonnenmassen, so dass er jetzt nur noch etwa so schwer ist wie unsere Sonne.

Obwohl etwa ein Viertel aller Weißen Zwerge Elemente enthält, die schwerer sind als Wasserstoff, ist GD 362 erst der zweite, der auch von Staub umgeben ist. Der andere staubige Weiße Zwerg ist G29-38 mit einer etwa 100 Mal geringeren Staubkonzentration.

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Quelle: University of California zur Startseite...



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