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Spitzer findet versteckte Schwarze Löcher
04. August 2005. Die Mehrzahl der größten Schwarzen Löcher des Universums haben ihr Dasein bislang im Verborgenen gefristet. Nun ist es dem Weltraumteleskop Spitzer gelungen, Licht in das Dunkel zu bringen.


Dieses Falschfarbenbild zeigte eine entfernte Galaxie (in gelb), die einen Quasar enthält, der von einem Staubring, auch Torus genannt, umgeben ist. Die grünen und blauen Flecken sind Galaxien, die keine Quasare in ihren Zentren besitzen. (Quelle: Spitzer).

Mit seinen scharfen Infrarotaugen konnte das NASA Teleskop Spitzer durch die dicken Wände aus galaktischen Staub blicken, um eine lang gesuchte Ansammlung von gefräßigen Schwarzen Löchern, so genannten Quasaren, zu finden.

“Von früheren Röntgenstudien wissen wir, dass es eine große Zahl versteckter Quasare geben müsse, aber wir konnten sie nicht finden,“ sagte Alejo Martinez-Sansigre von der britischen Oxford University. Er ist einer der Autoren der Studie, die diese Woche im Wissenschaftsmagazin Natur erscheint. „Wir mussten warten, bis Spitzer eine ganze Gruppe dieser Quasare gefunden hatte.“

Quasare sind superschwere Schwarze Löcher, umgeben von einem gigantischen Ring aus Gas und Staub. Sie existieren in den Zentren ferner Galaxien und verschlingen die Masse von bis zu 1000 Sonnen in einem einzigen Jahr. Da die Schwarzen Löcher auch Material aus ihren Staubringen verschlingen, strahlt dieses Material extrem hell und macht Quasare so zu den hellsten Objekten des Universums. Das helle Licht erreicht uns in verschiedenen Formen, unter anderem als Röntgenstrahlen, als sichtbares oder als infrarotes Licht.

Astronomen rätseln seit Jahren darüber, wie viele dieser kosmischen Riesen es im Universum gibt. Eine Standardmethode für die Schätzung der Anzahl ist die Messung der kosmischen Hintergrundstrahlung. Im Röntgenbereich sind Quasare heller als jedes andere Objekt. Durch eine Messung der Hintergrundstrahlung ist es möglich, eine ungefähre Anzahl zu schätzen.

Diese Schätzungen stimmen jedoch nicht mit Beobachtungen tatsächlicher Quasare überein, die bisher viel seltener gefunden wurden. Astronomen nahmen an, dass die Ursache hierfür die Gas- und Staubwolken seien, die die Sicht versperren. Einige Quasare könnten so innerhalb ihrer Staubringe liegen, dass sie nicht zu sehen seien, und andere könnten sich in staubgefüllten Galaxien befinden.

Es scheint, als habe Spitzer beide Arten der fehlenden Quasare im Infrarotbereich gefunden. Anders als Röntgenstrahlen oder sichtbares Licht, kann Infrarotlicht Staub und Gas durchdringen.

Die Forscher fanden 21 Beispiele dieser Quasare in einem kleinen Bereich des Himmels. Bei sämtlichen Objekten handelt es sich um Quasare, wie von Teleskopen in Mexiko und Spanien bestätigt wurde.

„Wenn Sie unsere 21 Quasare auf den gesamten Himmel hoch rechnen, werden es eine ganze Menge Quasare,“ sagte Dr. Mark Lacy vom Spitzer Science Center. „Das bedeutet, dass, wie vermutet, das Wachstum der Schwarzen Löcher hinter einer Wand aus Staub und Gas stattfindet.“

Die Entdeckung wird es Astronomen ermöglichen, ein vollständigeres Bild davon zu zeichnen, wie und wo Quasare entstehen. Von den 21 durch Spitzer entdeckten Quasaren, sind zehn möglicherweise Teil von relativ alten, elliptischen Galaxien. Der Rest befindet sich in staubigen Galaxien, in denen noch Sterne entstehen.  

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Quelle: Spitzer zur Startseite...



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