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Venus Express hat Testphase überstanden
03. August 2005. Die ESA Raumsonde Venus Express hat in Europa die letzten Tests absolviert und wird nun zum Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan transportiert.


Vergrößerung (80k) (Quelle: NASA).

Eineinhalb Jahre nach der Ankunft der Schwestersonde Mars Express am Roten Planeten ist die neueste Planetenerkundungssonde bereit, zum Schwesterplaneten der Erde abzureisen. Venus Express wurde im Jahr 2001 vorgeschlagen; das Missionskonzept sah vor, möglichst viele Komponenten der Mars Express Mission für die Erforschung eines anderen Planeten zu verwenden.

Die Mission zur Venus wurde 2002 offiziell vom Kommittee des Wissenschaftsprogramms der ESA genehmigt. Der Auftrag für den Bau der Sonde wurde an EADS Astrium vergeben, die für die Fertigstellung ein Team aus 25 Subunternehmern aus 14 europäischen Ländern zusammengestellt haben.

„Das Raumschiff verdient seinen Namen, denn noch nie wurde eine wissenschaftliche ESA Mission so schnell auf die Beine gestellt,“ sagte Don McCoy, Projektmanager der ESA für Venus Express. Die gesamte Mission benötigte von der Konzeption zum Start nur vier Jahre.

Die Arbeiten an >Venus Express kamen acht Monate vor dem Start von Mars Express richtig in Fahrt. Dadurch wurde die Kontinuität in den beteiligten Unternehmen gewahrt und das Konsortium konnte ohne größere Veränderungen weiterarbeiten. Nur 34 Monate später hat das Raumschiff den Flugtauglichkeitstest bestanden und kann auf die Reise nach Baikonur gehen.

Gebaut wurde die Sonde von Alena Spazio in Turin und anschließend mit den sieben wissenschaftlichen Instrumenten, die hauptsächlich von Mars Express und Rosetta übernommen wurden, nach Toulouse gebracht. Die Instrumente sollen neues Licht auf einige Eigenschaften des Planeten werfen, die auch nach mehr als 20 russischen und amerikanischen Sonden, die Venus seit 1964 besucht haben, noch ungeklärt sind.

Die Mission soll die bisher eingehendste Analyse der Atmosphäre durchführen, wobei das Rätsel der schnellen Rotation der Venusatmosphäre, die in nur vier Tagen den Planeten umrundet, geklärt werden soll.

Der globale Wärmeaustausch soll studiert werden und außerdem der stärkste Treibhauseffekt des Sonnensystems. Die Struktur und Dynamik der Wolken wird ebenfalls untersucht, sowie die rätselhaften ultravioletten Erscheinungen oberhalb der Wolkendecke.

Die Sonde ähnelt dem Mars Express, wurde jedoch in einigen wichtigen Punkten verändert, um der anders gearteten Umgebung im Orbit des Planeten Venus Rechnung zu tragen. Venus Express hat ein verbessertes Wärmekontrollsystem, ausgelegt auf eine vier Mal stärkere Sonneneinstrahlung.

Da Venus Express der Sonne wesentlich näher sein wird als Mars Express und deshalb mehr Sonnenstrahlung für die Stromgewinnung zur Verfügung steht, wurden die Solarsegel verkleinert. Deren neue Gallium-Arsenid Technologie ist zudem weniger hitzeempfindlich.

Im Gegensatz zu Mars Express hat Venus Express nicht nur eine Hochleistungsantenne, sondern zwei, die in entgegengesetzte Richtungen zeigen. Da von der Venus aus gesehen die Erde zu den äußeren Planeten gehört und im Verhältnis zur Sonne in jeder Richtung stehen kann, erlaubt die zweite Antenne in jeder Konfiguration eine Kommunikation mit der Erde, während die hitzeempfindlichen Instrumente von der Sonne weg gedreht werden können.

Venus Express befindet sich bereits im Transportcontainer, der in dieser Woche geschlossen wird und anschließend per Flugzeug am 7. August von Toulouse nach Baikonur befördert wird.  

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Quelle: ESA zur Startseite...



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