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Galileo Satellit auf dem Prüfstand
02. August 2005. Einer der beiden derzeit in der Entwicklung befindlichen Galileo Satelliten ist am Europäischen Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (ESTEC) eingetroffen. Beide Satelliten werden nach der Testphase auf der Erde unter realen Bedingungen im Weltraum erprobt werden.


GSTB-V2/A in einem Reinraum am ESTEC, in dem die Sensoren für die Überwachung der Tests installiert werden. In der Mitte der dem Betrachter zugewandten Seite erkennt man den Befestigungspunkt für eines der Solarsegel.(Quelle: ESA).

Das hauptsächlichen Missionsziele der beiden ersten Satelliten sind die Sicherung der für Galileo gebuchten Frequenzen, die Erprobung neuer Technologien für den späteren Betrieb, das Gewinnen von Erkenntnissen über die Strahlung, die im mittleren Erdorbit vorherrscht und das Experimentieren mit echten Galileo Signalen.

Galileo ist eine globale Infrastruktur für Satellitennavigation unter ziviler Kontrolle, gemeinsam betrieben durch ESA und die Europäische Kommission.

Der Satellit
Der Galileo Satellit mit der Bezeichnung GSTB-V2/A wird von der britischen Surrey Satellite Technology Ltd entwickelt. Es handelt sich um einen auf drei Achsen stabilisierten Satelliten mit Maßen von 1,3 x 1,8 x 1,65 Metern und einem Gewicht von etwa 600 Kilogramm. 700 Watt elektrischer Strom werden von zwei Solarzellen geliefert, die im entfalteten Zustand jeweils 1,74 Meter lang sind.

Der Satellit wird eine Nutzlast tragen, die ein experimentelles Galileo Signal übermitteln wird. Die Hauptelemente der Nutzlast sind:
  • Eine Antenne die den gesamten sichtbaren Erdbereich unterhalb des Satelliten abdeckt
  • Zwei Signalgeneratoren, einer für einfache Galileo Signale, der andere für komplexere Signale.
  • zwei Rubidium Atomuhren.
Die erwartete Lebensdauer des Satelliten beträgt zwei Jahre.

Die Testkampagne
Die ESA unterhält am ESTEC im niederländischen Noordwijk ein großes Zentrum für den Test von Raumsonden. Dort können die Bedingungen, wie sie bei einem Raketenstart oder im All auftreten, simuliert werden. ESA wird die Tests an GGSTB-V2/A im Auftrag des Herstellers durchführen.

Die geplanten Tests sind unter anderem:
  • Weltraumsimulation – der Satellit wird im Large Space Simulator (LSS) auf seine Verträglichkeit gegenüber Kälte und Vakuum getestet.
  • Solarzellenentfaltung – die Solarpaneele werden entfaltet, um das Funktionieren des Mechanismus und die Lagerung während des Starts zu testen
  • Schock und Vibration – der Satellit wird während des Starts Vibrationen und Erschütterungen ausgesetzt sein. Ein elektrodynamischer Rüttler wird diese Einflüsse simulieren.
  • Akustik – während des Starts und der frühen Flugphase wird der Satellit extremem Lärm ausgesetzt sein. In der Large European Acoustic Facility wird getestet, ob der Satellit diese Lautstärke aushält.
  • Elektromagnetische Verträglichkeit – um sicherzustellen, dass die verschiedenen Komponenten des Satelliten nicht gegenseitig ihre Funktionen durch Radiosignale oder elektrische Interferenzen beeinträchtigen.
GSTB-V2/A sind sämtliche für die Tests notwendigen Sensoren bereits eingebaut worden. Der Satellit befindet sich nun im LSS.

Die Zukunft
Der zweite Testsatellit, GSTB-V2/B, entwickelt vom europäischen Konsortium Galileo Industries, befindet sich zur Zeit auf dem Prüfstand von Alena Spazio in Rom. Im Herbst wird auch dieser Satellit für abschließende Tests ins ESTEC gebracht.

Der erste Start ist für den Dezember dieses Jahres geplant und soll an Bord einer Sojus Rakete von Baikonur, Kasachstan, aus erfolgen.  

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Quelle: ESA zur Startseite...



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