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Enceladus ist geologisch aktiv
01. August 2005. Saturns winziger Begleiter Enceladus, von dem man dachte er sei kalt und tot, zeigt Anzeichen von aktivem Eisvulkanismus.


Die erwarteten (links) und die tatsächlich gemessenen Temperaturen auf Enceladus Vergrößerung (38k) (Quelle: NASA).

Die NASA Sonde Cassini hat eine riesige Wasserdampfwolke über dem Südpol des Mondes entdeckt und zudem warme Spalten in denen Eis verdampft und dadurch die Dampfwolke bildet. Daten von Cassini haben auch bestätigt, dass Enceladus die Hauptquelle des größten Saturnrings, des E-Rings, ist.

„Enceladus ist der bisher kleinste Himmelskörper, der einen aktiven Vulkanismus zu haben scheint,“ sagte Dr. Torrence Johnson vom Cassini Imaging Team am Jet Propulsion Laboratory. „Enceladus lokale Wasserdampfatmosphäre erinnert an Kometen. Wärmere Gebiete auf der zerklüfteten eisigen Oberfläche des Mondes sind wahrscheinlich das Ergebnis von Gezeitenkräften, die auch die Vulkane auf dem Jupitermond Io verursachen. Die geologisch junge Eisoberfläche, durch Hitze von innen geglättet, erinnert Gebiete auf den Jupitermonden Europa und Ganymed.“

Cassini flog am 14. Juli in 175 Kilometern Entfernung an Enceladus vorbei. Daten die während des Vorbeifluges gesammelt wurden, bestätigen eine ausgedehnte und dynamische Atmosphäre. Die Atmosphäre wurde bereits bei einem früheren Vorbeiflug entdeckt.
br> Das Ionen- und neutrale Massenspektrometerund der Ultraviolettspektrograph bestätigten das Vorkommen von Wasserdampf in der Atmosphäre. Das Massenspektrometer bezifferte den Wasseranteil der Atmosphäre auf etwa 65 Prozent, und den des molekular vorkommenden Wasserstoffs auf etwa 20 Prozent. Der Rest besteht hauptsächlich aus Kohlendioxid und Kombinationen aus molekularem Stickstoff und Kohlenmonoxid. Die unterschiedliche Dichte der Wasserdampfvorkommen in verschiedenen Höhen deutet darauf hin, dass der Wasserdampf aus einer bestimmten Quelle auf der Oberfläche stammt. Das wird durch die Ergebnisse des Ultraviolettspektrometers bestätigt.

Die Tatsache, dass eine Atmosphäre auf einem Mond mit geringer Gravitation dauerhaft existiert anstatt in den Weltraum zu entweichen, deutet darauf hin, dass der Mond aktiv genug ist, um den Verlust kontinuierlich auszugleichen.

“Zum ersten Mal haben wir einen wichtigen Hinweis nicht nur bezüglich der Bedeutung des Wassers auf den Eismonden, sondern auch bezüglich seiner Rolle in der Evolution und der Dynamik des ganzen Saturnsystems,“ sagte Dr. Ralph McNutt von der John Hopkins University.

Die Bilder zeigen, dass der Südpol eine noch jüngere und noch aufgebrochenere Oberfläche hat als der Rest des Mondes, komplett mit hausgroßen Eisbrocken und bläulichen Rissen oder Spalten, die „Tigerstreifen“ getauft wurden.

Das Infrarotspektrometer zeigte, dass der Südpol des Enceladus wärmer ist als erwartet. Die Temperaturen am Äquator lagen erwartungsgemäß bei etwa 80 Kelvin (etwa -193 Grad Celsius). Die Polgebiete sollten eigentlich aufgrund der schwächeren Sonneneinstrahlung noch kälter sein, tatsächlich herrschten am Südpol jedoch Temperaturen von durchschnittlich 85 Kelvin (-188 Grad Celsius), wesentlich wärmer als erwartet. Einige Gebiete in der Nähe der Tigerstreifen waren sogar nochmals 25 Grad wärmer.

Wissenschaftler können die Temperaturen ohne eine lokale Wärmequelle nur schwer erklären. Es ist wahrscheinlicher, dass ein Teil der Polregion durch austretende Hitze aus dem Mondinnern erwärmt wird. Die daraus folgende Verdampfung von Eis könnte die gefundene Wasserdampfatmosphäre erklären. Wie ein Mond von nur 500 Kilometern Durchmesser soviel Wärme erzeugen kann und warum sie am Südpol konzentriert ist, ist weiterhin ein Rätsel.  

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Quelle: NASA zur Startseite...



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