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Seltsame Eisbrocken auf Enceladus
27. Juli 2005. Die Raumsonde Cassini hat neue, detailreiche Bilder der südlichen Polarregion des Saturnmondes Enceladus aufgenommen. Die Daten enthüllen ausgeprägte geologische Muster und den jüngsten bisher beobachteten Teil der Oberfläche des Mondes. Die Entdeckungen lassen auf eine vielschichtige Evolution des hellsten Saturnsatelliten schließen.


Enceladus Vergrößerung (66k) (Quelle: NASA).

Cassini flog am 14. Juli in nur 175 Kilometern Entfernung an der eisigen Oberfläche des Enceladus vorbei. Die Bilder zeigen eine Landschaft in der Nähe des Südpols die fast frei völlig von von Einschlagkratern ist. Das Gebiet ist zudem übersät mit hausgroßen Eisbrocken, die nur auf diesem Teil des Mondes vorkommen.

Die Oberfläche des Enceladus ist weiß wie frisch gefallener Schnee und ist die am stärksten reflektierende Oberfläche des Sonnensystems. Frühere Vorbeiflüge von Cassini haben gezeigt, dass Enceladus im Gegensatz zu anderen Saturnmonden schwach verkraterte Regionen, durchbrochene Ebenen und hügeliges Terrain aufweist.

Die Entdeckungen erzählen eine weitere Geschichte eines Mondes, der in seiner Vergangenheit verschiedene geologische Ereignisse erlebt haben muss. Die südliche Region des Mondes war wahrscheinlich bei den jüngsten Ereignissen betroffen.

Die selben Breitengrade könnten außerdem die Narben bergen, die eine Veränderung der Rotationsrate des Mondes anzeigen. Diese Spekulation könnte Wissenschaftlern helfen zu verstehen, warum Enceladus eine so wechselhafte Oberfläche besitzt. Die bemerkenswertesten Bilder zeigen Eisblöcke von 10 bis 100 Meter Größe in einer Region, in der ungewöhnlicherweise kein feiner Frost zu sehen ist, der typisch für den Rest des Mondes ist.

„Eine Landschaft übersät mit hausgroßen Eisblöcken haben wir nicht erwartet,“ sagte Dr. Peter Thomas vom Imaging Team der Cornell University. „Der geringe Anteil an feinem Material und die feinen Bruchmuster deuten darauf hin, dass die Oberfläche des Enceladus an dieser Stelle sehr jung ist.“

Falschfarbenbilder dieser Region zeigen eine grobkörnigere Beschaffenheit der Oberfläche als anderswo auf dem Saturnmond, ebenfalls ein Hinweis auf eine junge Oberfläche. Einige der neuen Bilder zeigen eine mögliche Antwort. Die Bilder zeigten ein deutliches Y-förmiges Gebilde auf der Oberfläche des Enceladus. In diesem ungewöhnlichen Bereich scheinen sich parallele Grate und Täler systematisch zu bilden und zu verformen.

„Diese tektonischen Merkmale bilden die Grenze zwischen dem jungen Polargebiet und dem älteren Terrain des Enceladus,“ sagte Dr. Paul Helfenstein, ebenfalls Cornell University. „Ihre Orientierung könnte uns die interessante Geschichte der Rotation des Mondes erzählen und wie diese sich mit der Zeit veränderte und was die Energie geliefert hat, um den Mond geologisch so aktiv werden zu lassen.“

Das offensichtliche Fehlen von größeren Einschlagkratern im südlichen Bereich ist ebenfalls ein Indiz für eine jüngere Oberfläche. Sämtliche Hinweise sind für Wissenschaftler hochinteressant, vermuten Wissenschaftler doch, dass Enceladus die Materialquelle für den E-Ring des Saturn ist, der sich den gleichen Orbit mit Enceladus teilt. Junge Oberflächen benötigen eine Energiequelle, die die Wärme für eine Oberflächenveränderung liefert. Andere Cassini Teams forschen an den Temperaturen, der Zusammensetzung und dem Magnetfeld des Mondes. Zusammen mit der Bildinterpretation können diese Daten ein vollständigeres Bild liefern.    

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Quelle: NASA zur Startseite...



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