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Abschlussbericht zu Cosmos 1
22. Juli 2005. Am 21. Juni war der Start der mit Solarsegeln ausgestatteten Sonde Cosmos 1 fehlgeschlagen. Das Makeev Rocket Design Bureau, zuständig für die Entwicklung der verwendeten Volna Startrakete, hat nun der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos den abschließenden Bericht vorgelegt.


Künstlerische Darstellung der entfalteten Cosmos 1 im All. Die Erde spiegelt sich in den SonnensegelnVergrößerung (54k) (Quelle: The Planetary Society).

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die vorhandenen Telemetriedaten der Startrakete ausreichend seien, um mit Sicherheit sagen zu können, dass der Start aufgrund einer verfrühten Abschaltung der Erststufe der Rakete fehlgeschlagen ist. Die Ursache war eine Verschlechterung der Leistung der Turbopumpe des Antriebs.

Der Antrieb stoppte nach einer Betriebsdauer von 82,86 Sekunden anstatt der vorgesehenen rund 100 Sekunden. Die Untersuchungskommission kam zu dem Schluss, dass die Erst- und Zweitstufen nicht getrennt wurden, und so das Antriebssystem von Cosmos 1 nicht ansprang und sich nicht von der Dritten Stufe der Rakete trennen konnte.

Das Kontrollsystem an Bord der Rakete brach die Mission schließlich nach 160 Sekunden automatisch ab. Telemetriedaten, die belegen könnten, dass sich die Stufen nicht trennten, wurden nicht erklärt.

In der Untersuchungskommission saßen Mitglieder von Makeev, der Lavoshkin Association die Cosmos 1 gebaut hatte und von Tsniimash, einem Ingenieurbüro der russischen Raumfahrtbehörde.

Weder für das Tracking von Cosmos 1 verantwortliche Mitarbeiter noch zuständige für die Bordelektronik saßen in der Untersuchungskommission. Daten einer mobilen Tracking Station die auf der Halbinsel Kamtschatka möglicherweise Daten des Raumschiffs empfangen hat, wurden ebenfalls nicht untersucht. Solche Daten konnten nur empfangen worden sein, wenn sich Cosmos 1 von der dritten Stufe gelöst hätte und sein eigenes Antriebssystem verwendet hätte.

Ein Team aus Mitarbeitern vom Space Research Institute und The Planetary Societyhat die Tracking Daten der tschechischen Station Panska Ves analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Daten nicht von Cosmos 1 stammen. Ähnliches gilt für Daten von der Majuro Station auf den Marschall Inseln. Die Kamtschatka Daten passen jedoch sehr gut zu Cosmos 1.

The Planetary Society wurde nicht eingeladen, an der Untersuchung teilzunehmen. Es gab zuvor eine Warnung des US Außenministeriums, dass eine Teilnahme wegen eines internationalen Waffenhandelsgesetzes nur nach Zustimmung des Außenministeriums erlaubt sei. Bereits vor der Untersuchung fehlte es an Kommunikation und Koordination zwischen den einzelnen Teams.

The Planetary Society überlegt nun weitere Schritte zur Fortsetzung der Versuche. Sie brauche zusätzliche Informationen über die Fehlfunktionen der Volna-Rakete, bevor eine neuer Versuch gestartet werden könne.  

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Quelle: Spaceflightnow zur Startseite...



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Tipp: Bar Globus




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