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Eine Welt wie keine andere
01. Juli 2005. Eine neu entdeckter Exoplanet der so schwer ist wie Saturn scheint den größten festen Kern zu haben, der bisher bei Planeten festgestellt wurde. Die Entdeckung könnte Hinweise auf die Entstehung einiger Riesenplaneten liefern, aber auch eine Meinungsstreit auslösen.


Künstlerische Darstellung des neuen Planeten, dessen eine Seite von seiner Sonne angestrahlt wird Vergrößerung (Quelle: University of California).

Die neue Welt bewegt sich von uns aus gesehen genau an ihrem Stern vorbei. Obwohl Astronomen den Planeten nicht wirklich „sehen“ können, waren sie in der Lage, wichtige Informationen aus der Helligkeitsveränderung des Sterns, wie Größe und Dichte, abzuleiten und so Vermutungen über die Zusammensetzung des Planeten anzustellen.

Wissenschaftler, die sich mit dem großen und wahrscheinlich festen Kern des Planeten befassen, denken, dass Riesenplaneten tatsächlich durch die allmähliche Akkumulation eines eines Planetenkerns entstehen können. Das war lange Zeit die gängige Theorie der Planetenentstehung, die aber in jüngster Vergangenheit des öfteren angezweifelt wurde.
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Wie ein derart schwerer Kern entstehen konnte, lässt sich mit der Theorie jedoch nicht erklären, so ein Wissenschaftler, der die Entdeckung eines einzelnen Riesenplaneten nicht als Beweis gelten lassen will.

Das Standardmodell Bei dem Standardmodell des Kernwachstums (standard core accretion model) verklumpt der Staub, der sich in um den Stern befindet und entwickelt sich weiter zu Asteroiden, Kometen und Protoplaneten. Einige wachsen lange genug um felsige Planeten wie die Erde zu formen. Die Theorie behauptet, dass auch Riesenplaneten wie Jupiter auf die gleiche Art und Weise entstehen und einen kritischen Punkt erreichen, wenn ihre Masse groß genug ist, um Gase anzuziehen und festzuhalten.

Die Riesenplaneten unseres Sonnensystems haben nicht genug Masse, um die Richtigkeit dieser Theorie zu beweisen. Andere Forscher haben vorgeschlagen, dass die Gasriesen durch den plötzlichen Kollaps eines Gasknotens entstanden sind, der sich in der Staubwolke um die junge Sonne gebildet hatte.

„Für Theoretiker ist die Entdeckung eines Planeten mit einem riesenhaften Kern genauso wichtig wie die Entdeckung des ersten Planeten um den Stern 51 Pegasus im Jahr 1995,“ sagte Shigeru Ida vom Tokyo Institute of Technology.

Der neue Planet umkreist den Stern HD 149026. Der Planet umkreist den Stern alle 2,87 Tage und ist aufgrund seiner Nähe auf der dem Stern zugewandten Seite extrem heiß. Modelle der Struktur des Planeten ergeben einen Kern von etwa 70 Erdmassen.

Die Wissenschaftler glauben nicht, dass der Planet durch den Kollaps einer Gaswolke entstanden sein könnte. Sie denken, dass der Kern durch die Akkumulation von Staub und Felsen entstanden ist und anschließend Gas angezogen hat. Die Entdeckung schließt aber einen Kollaps als eine alternative Entstehungsmethode für Planeten nicht aus. Bislang ist nicht geklärt, ob verschiedene Prozesse möglich sind.

„Das ist eine Bestätigung für die Theorie des Kernwachstums und ein Beweis, dass Planeten dieser Art häufig vorkommen sollten,“ sagte Greg Henry, Astronom der Tennessee State University. Er hatte mit den automatischen Teleskopen des Fairborn Observatory am Mount Hopkins die Helligkeitsveränderungen entdeckt, die zur Entdeckung des Sterns führten.

Nicht so schnell!
„Nicht so schnell,“ sagt Alan Boss, Theoretiker des Carnegie Instituts in Washington und Verfechter der Kollapstheorie. „Ich habe noch keine Theorie gesehen, die die Entstehung eines solchen Monsters durch Akkumulation erklärt.“

Da dieser Planet nur einer von etwa 150 bisher gefundenen Planeten ist, hält er es für verfrüht, den Sieg der Standardtheorie auszurufen. „Ich denke, dass beide Mechanismen und sogar Mischformen der beiden zur Planetenentstehung führen können.“      

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Quelle: Space.com zur Startseite...



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