Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt

Astronomie
Übersicht
Service
Newsletter bestellen
Artikel kommentieren
Artikel empfehlen






Sternschnuppen aus Kometen
20. Juni 2005. Die NASA Mission Deep Impact wird in wenigen Wochen auf den Kometen 9P/Tempel 1 treffen um ein einen Krater in diesen zu reißen und die interne Zusammensetzung des Kometen zu untersuchen. Es ist möglich, dass der Einschlag den Kometen auseinander reißt und eine Wolke von Meteoriden erzeugt. Das wäre laut Astronomen nicht unnatürlich.


Der Impaktor von Deep Impact auf Kollisionskurs mit Tempel 1 Vergrößerung (25k)(Quelle: NASA).

„Sollte Tempel 1 durch die Mission am 4. Juli zerbrechen, so entstünde ein Meteoridenstrom durch einen Mechanismus, wie er ähnlich auch in der Natur vorkommt und der die meisten Meteoritenströme verursacht,“ berichtet SETI Astronom Dr. Peter Jenniskens in einem Artikel für das Wissenschaftsmagazin Astronomical Journal.

Jenniskens hatte das Fragment eines verloren gegangenen Kometen D/1819 W1 (auch: Blanpain) gefunden, der zuletzt im Jahr 1819 beobachtet wurde. Das Fragment überdauerte 36 Orbits um die Sonne und wurde am 22. November 2003 durch den Catalina Sky Survey entdeckt und als 2003 WY25 katalogisiert. Das Fragment passierte die Erde am 11. Dezember 2003 in einer Entfernung von 3,7 Millionen Kilometern (0,025 Astronomische Einheiten). Nachdem sein Orbit genauer bestimmt worden war, verband Jenniskens die Existenz des Objekts mit dem Kometen Blanpain. 2003 WY25 ist mit nur etwa 400 Metern Durchmesser ein kleines Objekt. Die Größenschätzung beruht auf der Annahme, dass es wie ähnliche Objekte etwa 4 Prozent des Sonnenlichts, dass auf es trifft, reflektiert.

Jenniskens und sein finnischer Mitautor und Amateurastronom Esko Lyytinen berechneten, wie sich Bruchstücke eines Auseinanderbrechens im Jahr 1819 unter dem Einfluss der Gravitation der Planeten verteilt haben würden. Sie entdeckten, dass ein Auseinanderbrechen 1819 oder kurz davor einen spektakulären Meteoritenschauer des Jahres 1956 erklären könne. In jenem Jahr lenkte der Planet Jupiter die Bruchstücke in die Umlaufbahn der Erde.

„Die Idee aus dem 19. Jahrhundert, dass Meteoritenschauer aus dem Auseinanderbrechen von Kometen resultieren, geriet fast in Vergessenheit, seit der Astronom Fred Whipple im Jahr 1951 eine quantitative Beschreibung der Beschleunigung von Meteoriden entwickelte. Seitdem glaubte man, dass Meteoritenschauer durch die allmähliche Ablösung vom Kometen entstanden, wenn sich dieser der Sonne näherte und das Eis auf ihm verdampfte.

Nun scheint es so, als entstünden Meteoridenströme durch die Disintegration ganzer Kometen, die aus lockeren Ansammlungen von Material bestehen und bekanntermaßen häufiger auseinander brechen. Dafür gibt es mehrere mögliche Ursachen, eine davon der Zusammenstoß mit einem größeren Meteoriden, wie es nun künstlich am 4. Juli auch geschehen wird.

Letztes Jahr entdeckte Jenniskens, dass der Kleinplanet 2003 EH1 sich einen Orbit mit dem Meteorschauer der Quadrantiden (Januar) teilt und argumentierte, dass der Kleinplanet ein Überbleibsel des Kometen sei, der auch den Quatrantidenschauer erzeugte. Ein Komet der in den Jahren 1490 und 1491 beobachtet wurde, ist möglicherweise der Verursacher.

Die Entdeckung von 2003 WY25 liefert ein zweites Beispiel für die Entstehung eines Meteoridenstroms durch das Auseinanderbrechen eines Kometen. Andere bekannte Meteorschauer die wahrscheinlich aus zerbrochenen Kometen stammen sind laut Jenniskens die Geminiden, die Arietiden (Juni, tagsüber) und die delta-Aquariden (Juli). Es ist außerdem wahrscheinlich, dass die spektakulären Meteorströme aus den Jahren 1872 und 1885 auf das allmähliche Auseinanderbrechen des Kometen 3D/Biela in den Jahren 1846 und 1852 zurückgehen.    

Leserkommentare zu diesem Artikel
tägliche Raumfahrt News mit zusätzlichen Linktipps und Hintergrundinformationen direkt in Ihre MailboxNewsletter jetzt bestellen
Quelle: SETI zur Startseite...



Verwandte Artikel
Deep Impact sichtet Ziel...(28. Apr 2005)

Tipp: Schwebeglobus




Copyright 2004-2005 Raumfahrt24.de Portal für Raumfahrt, Astronomie & Weltraumtourismus Herausgeber: Ingo Froeschmann