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Planetensysteme entstehen auch in extremer Umgebung
15. Juni 2005. In der brutalen Umgebung des Orion Nebels mit Temperaturen von 10 000 Grad Celsius und Sternenwinden mit Geschwindigkeiten von bis zu 3,2 Millionen Kilometern in der Stunde ist die Entstehung von Planetensystemen nur schwer vorstellbar. Und doch haben Astronomen frühe Sternsysteme gefunden, die ihre Staubscheiben behalten haben und Planeten formen.


In dieser künstlerischen Darstellung erkennt man die protoplanetarischen Scheiben um schnell rotierende Sterne im Zentrum. Zwei Jets gehen von den Polen des Sterns aus, wodurch die Rotation der Sterne gebremst wird, was schließlich die Entstehung von Planetensystemen ermöglicht könnte.Vergrößerung (83k) (Quelle: David Aguilar, CfA).

Bei einem Treffen im amerikanischen Cambridge bestätigten Astronomen, die mit dem Submilimeter Array (SMA) auf Hawaii gearbeitet hatten, ihre Entdeckung, dass viele der protoplanetarischen Scheiben, die sie im Orion Nebel entdeckt hatten, genug Material enthalten, um Planetensysteme zu bilden.

“Das SMA ist das einzige Teleskop, dass den Staub innerhalb der Scheiben des Orion Nebels messen kann und so ihr Potenzial für die Planetenbildung erkennen kann. Das ist der entscheidende Punkt um zu verstehen, wie Planetensysteme in feindlichen Umgebungen entstehen können,“ sagte Jonathan Williams vom Institute of Astronomy der University of Hawaii, Autor eines Artikels zu diesem Thema.

Die chaotische Region des Orion Nebels gefährdet Staubansammlungen durch starke Sternenwinde und hohe Temperaturen, so dass die Frage ist, ob genug Material für Planeten in der Nähe der Sterne bleibt oder ob es in den interstellaren Raum hinausgetragen wird. Es scheint nun, als wären die protoplanetarischen Scheiben recht zäh, was die Chancen auf intakte Planetensysteme erhöhen würde.

Aufnahmen des Hubble Teleskops aus den frühen Neunziger Jahren zeigen die Staubscheiben als unförmige Silhouetten vor dem Hintergrund des Nebels, von denen die spektakulärsten hell erleuchtet sind, da sie sich in der Nähe des Sternentstehungsgebietes Trapezium befinden. Wie Kokons umgeben diese Staubscheiben die Sterne. Trapezium ist ein Sternhaufen von über 1000 weniger als eine Million Jahre alten Sternen. Sie bildeten sich aus der ursprünglich kalten und dunklen Gaswolke die nun durch das Licht der Sterne ionisiert wird und strahlt. Trapezium umfasst einen Raum von etwa vier Lichtjahren im Durchmesser. Das entspricht dem Abstand zwischen unserer Sonne und dem nächsten Stern, Proxima Centauri.

Angeregt durch die Sonnenwinde des Trapezium bilden die Sterne mit den protoplanetarischen Scheiben die nächste Generation kleinerer Sterne im Orion Nebel, diesmal mit sichtbaren Scheiben, die Planeten bilden könnten. Bis jetzt war es nicht klar, ob sich dort stabile Planetensysteme bilden könnten. Mit Hilfe des SMA konnten Astronomen nun das innere der Scheiben untersuchen und so etwas Licht auf den Entstehungsprozess dieser frühen Sonnensysteme werfen.

„Die Hubble Bilder sind zwar spektakulär, zeigten jedoch nur scheibenförmige Gebilde, die uns keine Auskunft über die vorhandene Masse lieferten,“ sagte David Wilner vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. „Da einige der Scheiben in Größe und Masse unserem eigenen Sonnensystem ähnlich sind, stärkt das die Verbindung zwischen den Orion Scheiben und unserer eigenen Herkunft.“

Da die Mehrzahl der sonnenähnlichen Sterne in Umgebungen wie dem Orion Nebel entstehen, deuten die Ergebnisse des SMA darauf hin, dass die Entstehung von Sonnensystemen wie unserem eigenen ein normaler und immer noch stattfindender Vorgang in der Milchstraße ist.

„Der gleiche Zyklus von Leben und Tod, den wir hier auf der Erde haben, wiederholt sich bei den Sternen am Himmel. Das SMA liefert uns nun einen Platz in der ersten Reihe um die Wunder dieser kosmischen Ereignisse zu studieren,“ sinnierte Wilner.    

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Quelle: CfA zur Startseite...



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Tipp: Schwebeglobus




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