Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt

Cassini-Huygens
Übersicht
Service
Newsletter bestellen
Artikel kommentieren
Artikel empfehlen






Vulkan auf dem Titan könnte Methanquelle sein
09. Juni 2005. Einem Team europäischer und amerikanischer Wissenschaftler ist es gelungen, aus den Daten der Sonden Cassini und Huygens die Existenz eines Methan speienden Vulkans auf dem Titan herzuleiten.


Diese Infrarotaufnahme wurde am 26. Oktober 2004 beim ersten Titanvorbeiflug der Sonde Cassini-Huygens gemacht. Die Auflösung variiert zwischen 1,8 und 2,6 Kilometern pro Bildpunkt Vergrößerung (179kb) (Quelle: ESA).

Die Entdeckung könnte die bisher vorherrschende Theorie, die das Vorkommen von Methan einem methanreichen Kohlenwasserstoffozean zuschreibt, ablösen oder zumindest verändern.

Infrarotaufnahmen der Raumsonde Cassini zeigen eine helle, 30 Kilometer breite Struktur auf der Oberfläche des Titan. Diese Struktur, erstmals aufgenommen beim Vorbeiflug der Sonde am 26. Oktober 2004 aus einer Entfernung von 1200 Kilometern, kann als ein Vulkankegel interpretiert werden, der aus eisigem Material besteht, das an die Oberfläche getreten war. Wenn es schmilzt, könnte das mit Methan durchsetzte Material dieses in die Atmosphäre abgeben.

Die Eruptionen eines solchen Eisvulkans, auch Cryovulkan genannt, würden letztendlich durch Gezeitenkräfte verursacht, die Material im inneren des Mondes aufheizen. Es wird angenommen, dass die Gezeitenkräfte des Titan aufgrund seiner elliptischen Bahn um den Saturn sehr stark sind.

Bilder des beobachteten Gebietes zeigen keine Flüssigkeiten auf der Oberfläche. Diese Schlussfolgerung wird durch Vergleiche mit Aufnahmen bestärkt, die die ESA Sonde Huygens während ihres Landeanfluges gemacht hatte.

„Vor Cassini-Huygens war die Existenz eines methanreichen Kohlenwasserstoffozeans die am weitesten verbreitete Erklärung für die Methanvorkommen in der Titanatmosphäre,“ sagte Dr. Christophe Sotin von der Universität Nantes. „Die Instrumente an Bord von Cassini und die Beobachtungen durch Huygens haben gezeigt, dass es diesen Ozean nicht gibt. Die Theorie, dass es sich bei den beobachteten Gebilden um Eisvulkane handelt, stellt eine alternative Erklärung für die Existenz des Methans dar“

Die Bilder mit der größten Auflösung umfassten ein Gebiet von 150 Quadratkilometern, auf denen auch das 30 Kilometer breite kreisförmige Gebilde mit zwei länglichen Anhängseln zu sehen ist. Die Strukturen ähneln vulkanischen Strukturen auf der Erde und auf der Venus, bei denen sich mehrere Materialschichten von verschiedenen Ausbrüchen überlappen, nur dass das vulkanische Material hier ein anderes gewesen ist.

Im Zentrum des hellen Gebietes erkannten die Wissenschaftler einen dunklen Fleck, der als Senke interpretiert werden kann. Es ist nicht schwer, sich hier einen Vulkankrater vorzustellen.

Sollte die Hypothese des Cryovulkanismus zutreffen, dann könnten die dunklen Kanäle, die Huygens während seiner Landung gesehen hat, durch starke, methanreiche Regenfälle nach einem Ausbruch entstanden sein.

Wissenschatfler haben bereits alternative Erklärungsansätze analysiert und verworfen. Prinzipiell hätte es auch eine Wolke sein können, aber zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommene Bilder zeigen, dass die Struktur seine Form nicht verändert. Eine zweite Interpretation wäre eine Ansammlung von festem Material, dass durch Wind oder Flüssigkeit dort abgelagert wurde (vergleichbar den Sanddünen auf Mars und Erde). Die runde Form passt aber nicht zu dieser Erklärung und die vorherrschenden Winde auf dem Titan ebenfalls nicht.

Cassini wird in Zukunft weitere Radaraufnahmen des Gebietes machen um die Theorien zu bestätigen.    

Leserkommentare zu diesem Artikel
tägliche Raumfahrt News mit zusätzlichen Linktipps und Hintergrundinformationen direkt in Ihre MailboxNewsletter jetzt bestellen
Quelle: ESA zur Startseite...



Verwandte Artikel
Ungewöhnliches Gebiet auf dem Titan verblüfft die Forscher...(27. Mai 2005)

Copyright 2004-2005 Raumfahrt24.de Portal für Raumfahrt, Astronomie & Weltraumtourismus Herausgeber: Ingo Froeschmann