Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt

Erdbeobachtung
Übersicht
Service
Newsletter bestellen
Artikel kommentieren
Artikel empfehlen






Seltsames Ozonloch 2005
06. Juni 2005. Trotz des rekordverdächtig hohen Niveaus der chemischen Ozonvernichtung über der Arktis in diesem Winter haben Beobachtungen durch den NASA Satelliten Aura gezeigt, dass atmosphärische Prozesse die Ozonkonzentration wieder bis fast auf den Durchschnitt ersetzt haben. Dadurch konnten keine hohen UV Strahlendosen die Erdoberfläche erreichen.


Die von Aura erstellten Karten zeigen die Veränderungen in den Konzentrationen von Chlorwasserstoff (oben), Chlormonoxid (mitte) und Ozon (unten) an bestimmten Tagen im Winter 2004-05. Vergrößerung (143k) (Quelle: NASA).

Analysen des Microwave Limb Sounder an Bord von Aura zeigen, dass die chemische Ozonzerstörung an einigen Stellen in der Stratosphäre fast 50 Prozent erreichte, also in einer Region die sich acht bis zwölf Kilometer über der Erdoberfläche befindet. Das sind die zweithöchsten Werte die jemals gemessen wurden, nachdem die Schätzungen für den Winter 1999/2000 auf etwa 60 Prozent geschätzt wurden. Die Daten eines Ozonmessgerätes ergaben einen Ozongehalt in der Atmosphäre ähnlich dem anderer Jahre, in denen die Zerstörung geringer ausgefallen war. Die Frage ist, was den Ozonverlust abgemildert hat. Die Antwort scheint in den ungewöhnlichen atmosphärischen Zuständen dieses Winters zu liegen.

„Das war einer der ungewöhnlichsten arktischen Winter die wir jemals gesehen haben,“ sagte Dr. Gloria Manney vom Jet Propulsion Laboratory. „Die Temperaturen in der unteren Stratosphäre über der Arktis waren die niedrigsten, die jemals gemessen wurden. Aber andere Bedingungen wie vorherrschende Winde und Luftbewegungen waren in diesem Jahr weniger günstig für einen Ozonverlust.“

Während das polare Ozon gegen Ende des Winters chemisch zerstört wurde, veränderten sich die stratosphärischen Winde und transportierten ozonreiche Luftmassen aus mittleren Breitengraden in die Polarregion, so das insgesamt wenig Veränderungen im Gesamtanteil des Ozons auftraten. Die ultraviolette Strahlung die die Erdoberfläche erreichte, blieb deshalb auch auf einem durchschnittlichem Niveau.

Jeden Winter erleidet die Region über der Antarktis einen starken Ozonverlust (das Ozonloch) aufgrund der extremen Kälte und eines langlebigen Windwirbels (vortex), der jeden Winter neu entsteht. Dieser Wirbel isoliert die Polarregion gegen mittlere Breitengrade. Im Gegensatz dazu ist der arktische Winter wärmer und der Wirbel ist nicht so langlebig. Dadurch ist der Ozonverlust über der Arktis niedriger und wechselhafter und daher auch schwieriger zu messen.

Das war der erste arktische Winter der im Juli 2004 gestarteten Sonde Aura. Mit den gewonnenen Daten kann in Zukunft zwischen chemischen Ozonverlusten und Ozonveränderungen durch Luftbewegungen, die von Jahr zu Jahr dramatisch wechseln können, unterschieden werden.

Der Ozonverlust in der Stratosphäre wird hauptsächlich durch von Menschen erzeugte Fluorchlorkohlenwasserstoffe verursacht. Wenn die Temperatur in der Stratosphäre unter minus 78 Grad sinkt bilden sich polare Stratosphärenwolken. Chemische Reaktionen auf der Oberfläche dieser Wolken aktivieren die Chlorverbindungen und verwandeln sie in Formen, die in Verbindung mit Sonnenlicht das Ozon zerstören.

Die von Aura gewonnenen Daten wurden durch ein spezielles Experiment, das Aura Validation Experiment unabhängig bestätigt, indem dieses per Flugzeug zur gleichen Zeit wie der Satellit über die Arktis geflogen wurde und Messungen durchführte.    

Leserkommentare zu diesem Artikel
tägliche Raumfahrt News mit zusätzlichen Linktipps und Hintergrundinformationen direkt in Ihre MailboxNewsletter jetzt bestellen
Quelle: NASA zur Startseite...



Verwandte Artikel
SCIAMACHY-Instrument an Bord von Envisat liefert weltweiten Luftverschmutzungs-Atlas...(13. Okt 2004)

Copyright 2004-2005 Raumfahrt24.de Portal für Raumfahrt, Astronomie & Weltraumtourismus Herausgeber: Ingo Froeschmann