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Ungewöhnliches Gebiet auf dem Titan verblüfft die Forscher
27. Mai 2005. Der Saturnmond Titan zeigt einen ungewöhnlich hellen Fleck, welcher den Wissenschaftlern Rätsel aufgibt. Der Fleck von der Größe Irlands befindet sich südöstlich der Region Xanadu und wurde bereits von verschiedenen Instrumenten der NASA Sonde Cassini beobachtet.


Vergrößerung (16k) (Quelle: NASA).

Bei der 483 Kilometer breiten Region könnte es sich um ein relativ warmes Gebiet handeln, das möglicherweise vor kurzer Zeit von einem Asteroiden getroffen wurde. Eine andere Erklärung ist eine Mischung aus Wassereis und Stickstoff aus dem inneren des Mondes, welche durch einen Eisvulkan an die Oberfläche befördert wurde. Weitere Hypothesen für das Gebiet sind besondere geologische Formationen, die Wolken an Ort und Stelle festhalten oder auch ungewöhnliche Materialien an der Oberfläche.

„Ich dachte gleich, dass dieses Gebiet ungewöhnlich und irgendwie fehl am Platze ist,“ sagte Dr. Robert H. Brown von der University of Tucson, Arizona. „Anfangs spekulierte ich auf einen „Hot Spot“, ein Gebiet, das wärmer ist als seine Umgebung. Im Nachhinein war das vielleicht nicht die beste Hypothese. Aber das Gebiet ist trotzdem faszinierend.“

Cassini machte die Aufnahmen während zweier Vorbeiflüge am 31. März und am 16. April dieses Jahres. Das Visual and Infrared Spectrometer verwendete seinen höchsten Wellenlängenbereich um das Gebiet zu beobachten. Die Region ist die hellste, die bisher auf dem Titan entdeckt wurde.

Im Dezember 2004 entdeckten Cassini’s Bildkameras im sichtbaren Licht bereits einen 550 Kilometer breiten Halbkreis an der gleichen Stelle. „Es scheint eindeutig zu sein, dass die Instrumente hier die gleiche Formation gesehen haben, die sich entweder direkt auf der Oberfläche befindet oder von ihr verursacht wird,“ sagte Dr. Alfred S. McEwan, ebenfalls University of Arizona. „Ihre deutliche Färbung und Helligkeit könnte bedeuten, dass die Formation vor relativ kurzer Zeit entstanden ist.

Die Entdeckung ist nicht das einzige helle Gebiet auf dem Titan, alle anderen sind jedoch vergängliche Erscheinungen, die sich innerhalb von Stunden verändern oder verschwinden. Auch die Farbeigenschaften sind unterschiedlich. Der „Hot Spot“ dagegen ist stabil. „Es ist denkbar, dass wir eine Wolkenformation sehen, die in irgendeiner Weise von der Oberfläche kontrolliert wird. Das seltsam halbkreisförmige Gebilde könnte die Wolken verursachen,“ sagte Dr. Elizabeth Turtle vom Cassini Imaging Team.

„Wenn das Gebiet tatsächlich eine Wolkenformation ist, dann deuten ihre Stabilität und Langlebigkeit darauf hin, dass sie von der Oberfläche beeinflusst wird. Solche Wolken können das Ergebnis von Luftbewegungen über einer niedrigen Bergkette sein oder auch Ausgasungen aufgrund geologischer Aktivitäten,“ sagte Jason Barnard von der University of Arizona.

Die Erscheinung könnte auch auf Licht zurückgehen, das von einem ungewöhnlichen Oberflächenmaterial reflektiert wird. „Die Oberfläche des Titan besteht zumeist aus dreckigem Eis. Der helle Fleck könnte eine andere Zusammensetzung haben oder auch eine dünne Schicht die nicht aus Eis besteht,“ fügte Barnes hinzu.

Auch ein Gebirge wurde in Betracht gezogen. Dieses müsste jedoch wesentlich höher sein als die 100 Meter hohen Hügel die Cassini bisher festgestellt hat. Es wird aber bezweifelt, ob die Kruste des Mondes höhere Berge tragen kann.

Die nächste Gelegenheit für einen Test ihrer Hypothesen bekommt das Cassini Team einem Vorbeiflug am Titan am 2. Juli 2006 bei dem sich das Gebiet auf der Nachtseite des Mondes befindet. Glüht die Region, wissen die Forscher mit Sicherheit, dass sie warm ist.      

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Quelle: NASA zur Startseite...



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