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Strategien für Opportunity
17. Mai 2005. Die für die Marsrover zuständigen Ingenieure verwenden ein Testlabor, um verschiedene Oberflächenbeschaffenheiten der Stelle auf dem Mars zu simulieren, an der Opportunity seine Räder in eine Sanddüne eingegraben hat. Den ersten Kommandos in Richtung Opportunity gehen sorgfältige Tests voraus.


Testrover im Testsand. Vergrößerung(35k) . (Quelle: NASA).

Das Rover Team am Jet Propulsion Laboratory hat verschiedene Sande und Pulver kombiniert, um hier auf der Erde die bestmögliche Simulation der Düne, in die sich Opportunity eingegraben hatte, herzustellen. Seit dem 26. April, dem Tag, an dem sich Opportunity festgefahren hatte, wurden keine Marschbefehle an den Rover gesendet.

„Wir sind lieber vorsichtig und schätzen, dass der Rover erst in der kommenden Woche beginnt, aus der Düne herauszufahren, vielleicht sogar noch später,“ sagte Rover Manager Jim Erickson. „Sowohl Opportunity als auch Spirit sind bereits viele Monate länger aktiv als ursprünglich geplant oder erwartet. Durch gute Pflege wollen wir noch viele weitere Monate aus ihnen herausholen. Bisherige Tests haben uns in Bezug auf Opportunity’s Möglichkeiten, sich aus dem Sand zu befreien, optimistisch gestimmt. Einige weitere Tests sind aber noch notwendig.“

Opportunity war am 446. Tag auf dem Mars etwa 40 Meter einer 90 Meter langen Strecke gefahren, als die Räder anfingen durchzudrehen. Der Rover fuhr zu diesem Zeitpunkt rückwärts, was häufig geschieht, um die Räder gleichmäßig zu belasten und eingefettet zu halten. Die Räder bewegten sich noch weiter und hätten den Rover die vorgesehenen 90 Meter bewegt, wäre er nicht stecken geblieben.

Opportunity befindet sich auf einer lang gestreckten kleinen Düne aus feinem Sand, die etwa 30 Zentimeter hoch und 2,5 Meter breit ist. „Wir sind mit dem Rover über Dutzende von Dünen geklettert, aber diese hier scheint anders zu sein. Sie ist ein wenig größer und scheint auf einer Seite eine steilere Kante von etwa 15 Grad Steigung zu haben,“ sagte Mark Maimone, ein für die Mobilität des Rovers zuständiger Ingenieur.

Vergangene Woche simulierten die Mitarbeiter des JPL die Situation des eingegrabenen Rovers an einer künstliche Düne. Der Testrover hatte keine Schwierigkeiten, sich aus dem Sand zu befreien, selbst wenn er tief eingegraben war. Anscheinend bietet der Testsand jedoch einen besseren Widerstand als das feine Material auf dem Mars. „Wir mussten weitere Tests mit Materialien durchführen, die dem von Opportunity’s Umgebung ähnlicher sind, ein Material mit einer lockereren Zusammensetzung, dass an den Rädern fest backt,“ sagte Rick Welch, der Leiter dieser Tests.

Während der Experimente mit verschiedenen Materialien erstellten die Wissenschaftler eine Mischung aus Spielplatzsand, Kieselgur für Schwimmbadfilter und Lehmpulver, welche den Eigenschaften der Düne am nächsten kommt. Verschiedene Baumärkte wurden daraufhin aufgesucht, um mehr als zwei Tonnen des Materials zur mischen.

„Wir haben herausgefunden, dass unser Testsand sich im Profil der Räder festsetzt, wenn diese durchdrehen, aber nicht, wenn der Rover nur darüber hinweg fährt,“ erläutert Dr. Robert Sullivan von der Cornell University. „Das ist ein Fortschritt, denn wir sehen das Gleiche auf den Bildern von Opportunity.“

Erste Experimente haben gezeigt, dass der Rover aus diesem pulverigen Material herausfahren kann. Bevor die ersten Kommandos in Richtung Rover gesendet werden, sollen jedoch weitere Tests, Analysen und Planungen durchgeführt werden.

In der Zwischenzeit hat Opportunity seine Kameras dazu verwendet, seine Umgebung am Rand des so genannten „etched terrain“ (etwa: das angeätzte Gebiet) ) zu beobachten.        

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Quelle: NASA zur Startseite...



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