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Sonneneruptionen schützten die Erde
11. Mai 2005. Neue Ergebnisse des im Weltraum stationierten Röntgenteleskops Chandra deuten darauf hin, dass riesige Sonneneruption, auch Superflares genannt, im jungen Sonnensystem wüteten. Solche Flares beeinflussten die planetenformende Staubscheibe um die Sonne und könnten damit die Überlebenschancen der Erde verbessert haben.


Der Orion Nebel. Vergrößerung (194k) (Quelle:Chandra).

Chandra richtete den Blick 13 Tage lang fast ununterbrochen auf den Orion Nebel und erhielt so den tiefsten Einblick im Röntgenbereich in einen Sternhaufen überhaupt. Der Orion Nebel ist in unserer Nachbarschaft die üppigste Geburtsstätte für Sterne. Der Nebel ist 1500 Lichtjahre von uns entfernt.

Die gewonnenen Daten erlauben einen Blick auf 1400 junge Sterne, von denen 30 der frühen Sonne ähnlich sind. Die Wissenschaftler entdeckten, dass diese jungen Sterne riesige Flares ausstoßen, die alles was die Sonne heute zu bieten hat, in punkto Größe, Häufigkeit und Energiegehalt in den Schatten stellen.

„Wir haben keine Zeitmaschine um zu sehen, wie sich die junge Sonne verhalten hat, aber die nächstbeste Alternative ist die Beobachtung von sonnenähnlichen Sternen im Orion Nebel,“ sagte Scott Wolk vom Harvard Smithsonian Center for Astrophysics. „Wir bekommen einen einzigartigen Einblick in Sterne die zwischen ein und zehn Millionen Jahre alt sind – eine Zeit in der Planeten entstehen.“

Ein entscheidendes Ergebnis ist, das die aktiveren Sterne Flares produzieren, die hundert mal stärker sind als die der zahmeren Sterne. Dieser Unterschied könnte besonders das Schicksal von relativ kleinen und felsigen Planeten wie unsere Erde beeinflussen.

„Große Sonnneneruptionen könnten zu Planetensystemen wie unserem führen, in dem sich die Erde in sicherer Distanz zur Sonne befindet,“ sagte Eric Feigelson, Projektleiter des Chandra Orion Ultradeep Project. „Andererseits könnten Sterne mit kleineren Eruptionen am Ende dazu führen, dass erdähnliche Planeten in den Stern stürzen.

Laut neuer theoretischer Arbeiten können Flares Turbulenzen erzeugen wenn sie auf Staubscheiben treffen, und das beeinflusst die Position der entstehenden felsigen Planeten. Insbesondere verhindern diese Turbulenzen, dass die erdähnlichen Planeten schnell auf den Stern zuwandern.

„Obwohl diese Flares ein Chaos in den Staubscheiben anrichten könnten, könnten sie am Ende mehr nützen als schaden,“ sagte Feigelson. „Die Flares könnten so etwas wie ein Planetenschutzprogramm darstellen.“

Etwa die Hälfte der jungen Sonnen im Orion Nebel hat Anzeichen für Staubscheiben in denen Planeten entstehen könnten. Vier davon sind im Zentrum von Proplyds (proto-planetary disks) die bereits von Hubble abgebildet wurden. Die Superflares bombardierten diese Scheiben und luden sie wahrscheinlich elektrisch auf. Diese Ladung, kombiniert mit der Bewegung der Scheibe und der Wirkung von Magnetfeldern sollte in den Scheiben Turbulenzen erzeugen.      

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Quelle: Chandra zur Startseite...



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