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Die beste Karte der Erde
05. Mai 2005. Der ESA Satellit Envisat arbeitet an der Erstellung der bisher detailliertesten Karte der Landmassen unseres Planeten. Das GLOBECOVER genannte Projekt soll eine dreifach höhere Auflösung erreichen als jede frühere per Satellit erstellte Karte.


Vergrößerung (Quelle:ESA).

Die Karte soll den Zustand des Planeten im Jahr 2005 darstellen. Die fertig gestellte GLOBECOVER Karte soll vielfachen Nutzen bringen, unter anderem die Erkennung von Trends der weltweiten Landnutzung, einen Überblick der natürlichen und bewirtschafteten Ökosysteme und Informationen über Ausmaß und Auswirkungen von Klimaveränderungen.

Das MERIS Instrument (Medium Resolution Imaging Spectrometer) wird systematisch im höchsten Aufnahmemodus für das Projekt verwendet. Das Gerät macht Bilder mit einer Auflösung von 300 Metern pro Bildpunkt und arbeitet im Durchschnitt 150 Minuten täglich.

Es sind schätzungsweise 20 Terabyte an Bilddaten notwendig, um das komplette Mosaik der Erde zu erstellen – die Datenmenge entspricht dem Inhalt von 20 Millionen Büchern. Die Aufnahmestrategie nimmt Rücksicht auf saisonale Wettereinflüsse, um Schnee oder Wolken auf den Bildern möglichst zu vermeiden. Für einige Regionen sind mehrfache Aufnahmen geplant, um saisonale Veränderungen zu dokumentieren.

Andere Sensoren an Bord von Envisat unterstützen die Arbeit von MERIS. Das ASAR Instrument (Advanced Synthetic Aperture Radar) wird verwendet, um zwischen ähnlichen Vegetationen zu unterscheiden, wie zum Beispiel Feuchtgebieten und tropischen Regenwäldern. Der Advanced Along Treck Scanning Radiometer wird verwendet, um atmosphärische Einflüsse zu korrigieren oder Pixel, auf denen Wolken zu sehen sind, zu eliminieren.

Die Dauer des Projekts ist auf zwei Jahre angelegt. Teilnehmer sind unter anderem die Vereinten Nationen mit dem United Nations Environment Programme (UNEP) oder die Food and Agriculture Organisation (FAO).

„UNEP geht davon aus, dass die GLOBECOVER Daten für die Untersuchung und Früherkennung von Umweltproblemen nützlich sein werden, insbesondere bei grenzüberschreitenden Problemen,“sagte Ron Witt. „Veränderungen in der Vegetation, Auswirkungen einer Umweltverschmutzung oder die Vernichtung von Artenvielfalt respektieren in der Regel nicht die nationalen oder andere künstlich gezogenen Grenzen. Eine aktuelle Übersicht dieser Probleme – oder ihrer Auswirkungen – soll dem UN Programm Auftrieb geben.“

GLOBECOVER wird außerdem die bestehende CORINE 2000 Datenbank der ESA verbessern und erweitern. CORINE 2000 ist eine Karte der Landmassen Europas mit einer Auflösung von 300 Metern pro Bildpunkt.

Die GLOBECOVER Karten sollen am Ende des Projektes in zwei Versionen vorliegen. Die erste, GLOBECOVER V1, wird automatisch als Mosaik aller Aufnahmen erstellt. Die zweite Version baut auf den Erfahrungen auf, die bei der Erstellung der ersten Version gemacht wurden und versucht regional bessere Daten zu gewinnen. Weltweit werden 30 Teams an der Analyse und Prüfung der Daten beteiligt sein.        

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Quelle: NASA/Spitzer zur Startseite...



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