Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt

Astronomie
Übersicht
Service
Newsletter bestellen
Artikel kommentieren
Artikel empfehlen






Chandra sieht eine Sternenbrücke
28. April 2005. Dem Weltraumteleskop Chandra ist es erstmals gelungen, eine Röntgenaufnahme zweier interagierender Sterne zu machen. Die Fähigkeit zwischen den beiden Sternen – der eine ein Roter Riese, der andere wahrscheinlich ein Weißer Zwerg - zu unterscheiden, machte es möglich einen Röntgenstrahlenausbruch zu sehen und Hinweise darauf zu finden, dass eine Art Materiebrücke zwischen den Sternen besteht.


Mira AB Vergrößerung (330k) (Quelle: ESA).

„Vor dieser Beobachtung dachte man, dass die gesamte Röntgenstrahlung aus einer den Weißen Zwerg umgebenden Materiescheibe stammt. Der Röntgenstrahlenausbruch war also eine Überraschung,“ sagte Margarita Karovska vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Ein im ultravioletten Bereich aufgenommenes Bild von Hubble gab den entscheidenden Hinweis darauf, dass der Rote Riese die Quelle des Ausbruchs war.

Die Röntgenbeobachtungen des Sternsystems Mira AB können möglicherweise auch das Verständnis anderer binärer Sternsysteme (ein „normaler“ Stern mit einem Weißen Zwerg, einem Schwarzen Loch oder einem Neutronenstern), in denen das Fließen des interstellaren Gases nicht direkt beobachtet werden kann.

Die Trennung der Röntgenstrahlung von Weißem Zwerg und Rotem Riesen wurde durch Chandra’s hohe Winkelauflösung und die relative Nähe des Sternsystems erst möglich. Mira AB ist 420 Lichtjahre von der Erde und etwa 10 Milliarden Kilometer voneinander entfernt, was der doppelten Sonne-Pluto Entfernung entspricht.

Mira A wurde im 17. Jahrhundert „der wundervolle“ Stern genannt, weil seine Helligkeit mit einer Periode von 330 Tagen ab- und zu nahm. Da er sich der fortgeschrittenen Phase eines Roten Riesen befindet, hat er den etwa 600-fachen Durchmesser unserer Sonne und pulsiert. Mira A nähert sich dem Zeitpunkt, an dem sein Brennstoff zu Ende geht und der Stern zu einem Weißen Zwerg kollabiert.

Das aufgewühlte innere des Riesen könnte magnetische Störungen in der oberen Atmosphäre des Sterns verursachen und zu den beobachteten Röngtenstrahlenausbrüchen geführt haben. Gleichzeitig verliert der Rote Riese einen Teil seiner Materie, die vom Begleiter Mira B eingefangen wird.

Mira B, in starkem Kontrast zu Mira A, ist ein Weißer Zwerg von der Größe der Erde. Ein Teil des Materials von Mira A wird in einer Akkretionsscheibe um Mira B angesammelt, in der Kollisionen zwischen sich schnell bewegenden Teilchen Röntgenstrahlen produzieren.

Ein faszinierendes Detail des Sternsystems ist die sowohl im ultravioletten als auch im Röntgenbereich sichtbare Materiebrücke. Die Existenz dieser Brücke könnte bedeuten, dass der Weiße Zwerg nicht nur Material von Mira A auffängt, sondern es auch direkt aus diesem herauszieht.

Die eigentliche Beobachtung des System liegt bereits eine Weile zurück. Chandra beobachtete das System am 6. Dezember 2003 für 19 Stunden.      

Leserkommentare zu diesem Artikel
tägliche Raumfahrt News mit zusätzlichen Linktipps und Hintergrundinformationen direkt in Ihre MailboxNewsletter jetzt bestellen
Quelle: Chandra zur Startseite...



Verwandte Artikel
Astronomen rätseln an 400 Jahre alter Supernova...(o8. Okt 2004)
Wachstum alter Galaxien beobachtet..(07. Apr 2005)

Copyright 2004-2005 Raumfahrt24.de Portal für Raumfahrt, Astronomie & Weltraumtourismus Herausgeber: Ingo Froeschmann