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Asteroidengürtel um andere Sonne entdeckt
21. April 2005. Das Weltraumteleskop Spitzer hat möglicherweise einen Asteroidengürtel im Orbit eines Sterns ausgemacht. Die Entdeckung bietet den Astronomen einen seltenen Blick auf ein entferntes Sonnensystem, das unserem eigenen ähnelt. Und im Hinterkopf haben die Forscher immer die Suche nach erdähnlichen Planeten.


Vergrößerung (4,2MB) (Quelle: Spitzer/Caltech).

„Asteroidengürtel sind übrig geblieben Bausteine für Planeten wie unsere Erde,“ sagte Dr. Charles Beichmann vom California Institute of Technology. „Wir können zwar noch keine anderen terrestrischen Planeten beobachten, aber ab jetzt zumindest deren staubige Fossilien.“

Asteroidengürtel sind die Müllkippen der Planetensysteme. Sie sind angefüllt mit steinigen Bruchstücken von möchtegern Planeten“, die von Zeit zu Zeit ineinander krachen und dabei Staubwolken hinterlassen. In unserem eigenen Sonnensystem sind Asteroiden mit der Erde, dem Mond und anderen Planeten zusammengestoßen.

Sollte Spitzer’s Beobachtung bestätigt werden, handelt es sich um den ersten bekannten Asteroidengürtel um einen Stern mit ähnlicher Masse und vergleichbarem Alter wie die Sonne. Der Stern HD69830 ist 41 Lichtjahre entfernt. Es gibt zwei weitere bekannte Asteroidengürtel, die jedoch zu jüngeren und massiveren Sternen gehören.

Der nun entdeckte Asteroidengürtel ist dem der Sonne zwar ähnlich, aber kein Zwilling desselben. Er enthält etwa 25 Prozent mehr Materie. Würde sich dieser Asteroidengürtel in unserem Sonnensystem befinden, würde der Staub als ein helles Band am Nachthimmel zu sehen sein. Der fremde Gürtel ist außerdem dichter an seinem Zentralstern. Unser Asteroidengürtel liegt zwischen den Umlaufbahnen der Planeten Mars und Jupiter, während jener verglichen mit unserem Sonnensystem innerhalb der Umlaufbahn der Venus liegen würde.
br> Die beiden Gürtel könnten trotz allem eine wichtige Gemeinsamkeit besitzen. In unserem Sonnensystem agiert Jupiter als äußere Wand des Asteroidengürtels und zwingt die Trümmer in eine Reihe von Bändern (ähnlich wie Monde die Saturnringe beeinflussen). Ebenso könnte ein Planet den fremden Asteroidengürtel in Ordnung halten.

Die zukünftige NASA Mission SIM PlanetQuest, deren Start im Jahr 2011 geplant ist, soll in der Lage sein, Planeten von wenigen Erdmassen zu entdecken und könnte dann einen Planeten um HD69830 nachweisen.

Beichmann verwendete Spitzer um 85 sonnenähnliche Sterne zu beobachten. Nur bei HD 69830 zeigten sich Anzeichen eines Asteroidengürtels. Nicht der Gürtel selbst wurde beobachtet, sondern eine dicke Schicht aus warmem Staub im inneren Bereich des Sternsystems. Der Staub stammt höchstwahrscheinlich von Kollisionen, die etwa alle 1000 Jahre im Asteroidengürtel vorkommen.

„Da dieser Gürtel mehr Asteroiden besitzt als unser eigener, sind die Kollisionen heftiger und häufiger, was auch der Grund ist, warum Spitzer den Gürtel entdecken konnte,“ sagte Dr. George Rieke von der University of Arizona. „Unser jetziges Sonnensystem ist ein ruhiger Ort, in dem Kollisionen wie jene, die das Zeitalter der Dinosaurier beendete, nur etwa alle 100 Millionen Jahre vorkommen.“

Um zu bestätigen, dass es sich bei dem Staub um HD 69830 tatsächlich um Asteroidenstaub handelt, muss eine unwahrscheinlichere Theorie ausgeschlossen werden. Es wäre auch möglich, dass ein riesiger Komet, fast so groß wie Pluto, ins innere des Sternsystems gedrückt wurde und nun dort langsam verdampft und einen leuchtenden Schweif hinterlässt. Diese Hypothese entstand, als die Astronomen entdeckten, dass der Staub aus Silikaten besteht, die auch im Kometen Hale-Bopp gefunden wurden.

„Die Super-Kometen-Theorie ist eher eine Spekulation, und wir werden bald wissen was richtig ist,“ sagte Beichman. „Zukünftige Beobachtungen mit Spitzer und erdbasierten Teleskopen sollten klären, um was es sich hier handelt.“        

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Quelle: Spitzer/Caltech zur Startseite...



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