Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt

Astronomie
Übersicht
Service
Newsletter bestellen
Artikel empfehlen






Frühes Universum voller Schwarzer Löcher?
18. April 2005. Eine Gruppe von Forschern um den charismatischen britischen Astronomen Sir Martin Rees hält es für möglich, dass es im frühen Universum einst unzählige winzige Schwarze Löcher gegeben habe.


Künstlerische Darstellung eines Schwarzen Lochs Vergrößerung (26k) (Quelle: CfA).

Dr. Martin Haehnelt, einer der Wissenschaftler in der Gruppe präsentiert auf der Institute of Physics-Konferenz Indizien, die diese kontroverse Idee unterstützen.

Während die meisten Kosmologen glauben, dass supermassive Schwarze Löcher in großen Galaxien im Laufe der Zeit Masse angesammelt haben, vertritt Haehnelt die These von einer Vielzahl von kleinen und voneinander unabhängigen Schwarzen Löchern, die schließlich die gigantischen Schwarzen Löcher formten die wir heute kennen.

Haehnelt verweist auf Beweise aus neuen Studien der kosmischen Hintergrundstrahlung. Diese Strahlung, manchmal auch als „Echo des Urknalls“ bezeichnet, existiert im Universum seitdem letzteres etwa 400 000 Jahre alt ist.

Das war der Moment, in dem sich die Temperatur des Universums unter einen kritischen Punkt abkühlte und es der Strahlung erlaubte, sich ungehindert auszubreiten, als hätte sich plötzlich ein kosmischer Nebel gelichtet. Die neuen Beweise zeigen, dass 10 bis 15 Prozent dieser Hintergrundstrahlung seitdem gestreut wurden. Das deutet auf ein „Wiedererwärmen“ des Universums hin, mit dem niemand gerechnet hatte.

Haehnelt zufolge kann diese Erwärmung mit einer Phase erklärt werden, in der Schwarze Minilöcher häufig vorkamen. „Materie in den Akkretionsscheiben Schwarzer Löcher heizt sich auf,“ erklärt er, „und diese Erhitzung könnte ein Zeichen dafür sein, dass Schwarze Löcher sehr häufig waren.“

Wenn kleine Schwarze Löcher verschmolzen um die größeren zentralen Schwarzen Löcher zu bilden, könnte es dafür Beweise geben. Eine solche Verschmelzung beginnt mit zwei Schwarzen Löchern, die sich in einem Orbit umeinander befinden.

Wenn die Löcher schließlich verschmelzen und es dabei zu Asymmetrien kommt, können diese ein Schwarzes Loch aus einer Galaxie heraus schleudern. „Wenn das passiert ist,“ so Haehnelt, „dann könnten wir Galaxien finden, in denen das supermassive Schwarze Loch im Zentrum fehlt.“

Die Beweise sind in keiner Weise endgültig. Bis dahin werden die Daten über die kosmische Hintergrundstrahlung wohl Gegenstand hitziger Debatten sein.      

Quelle: Institute of Physics zur Startseite...
tägliche Raumfahrt NewsNewsletter bestellen



Verwandte Artikel
Chandra findet neuen Typ von Schwarzem Loch...(22. Mar 2005)
Kollidierende Galaxien wecken schlafende Schwarze Löcher...(10. Feb 2005)

Copyright 2005 Raumfahrt24.de Herausgeber: Ingo Froeschmann