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Weltraumschrott trifft Weltraumschrott
18. April 2005. In einem seltenen Fall von Auffahrunfall im All sind zwei ausgediente Teile von Raketen miteinander kollidiert. Am Zusammenstoß beteiligt waren ein 31 Jahre altes amerikanisches Raketenbauteil und eine chinesische Raketenstufe neueren Datums.


Grafische Darstellung der Verschmutzung des Erdorbits (Quelle: ESA).

Der Unfall ereignete sich bereits am 17. Januar dieses Jahres in etwa 885 Kilometern über der Erde. Dieser niedrige Erdorbit (LEO, low-earth-orbit) hat eine überdurchschnittlich hohe Satellitendichte. Die amerikanischen und chinesischen Bauteile befanden sich seit Jahren auf ähnlichen Umlaufbahnen.

Die Kollision wurde vom amerikanischen Überwachungsnetzwerk entdeckt und in der Aprilausgabe von The Orbital Debris Quarterly News veröffentlicht. Ein Beteiligter war die Raketenoberstufe Thor Burner 2A, die 1974 einen Satelliten ins All gebracht hatte. Der zweite Beteiligte war ein Teil der dritten Stufe einer chinesischen CZ-4, die im März 2000 explodierte.

Die Analyse des Zusammenstoßes zeigt, dass die Bahnen beider Objekte durch den Aufprall verändert wurden. Gleichzeitig wurden drei weitere Teile aus der amerikanischen Oberstufe herausgeschlagen, groß genug um selbst als Weltraumschrott katalogisiert und beobachtet zu werden.

Die Orbital Debris Quarterly News berichten von weiteren Zusammenstößen. Im Jahr 1991 kollidierte der ausgediente russische Satellit Cosmos 1934 mit Schrottresten des Schwestersatelliten Cosmos 926. Der Zusammenstoß wurde erst vor kurzem durch die Analyse historischer Bahndaten festgestellt. Auch diese Kollision hinterließ kleiner Bruchstücke, jedoch zu klein um verfolgt werden zu können.

Der erste Zusammenstoß von Objekten aus verschiedenen Missionen erfolgte am 24. Juli 1996. In diesem Fall kollidierte der funktionierende französische Satellit CERISE mit dem Fragment einer Ariane 1, die zehn Jahre zuvor explodiert war.

Die Fachzeitschrift gibt auch einen ernüchternden Ausblick: „Mit der steigenden Zahl von Objekten im Orbit steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen. Derzeit werden täglich hunderte von Annäherungen katalogisierter Objekte registriert. Wenn zukünftige Raumschiffe und Raketen nicht innerhalb von relativ kurzer Zeit aus dem LEO entfernt werden („relativ kurz“ sind hier etwa 25 Jahre), dann wird die Kollisionsrate im weiteren Verlauf dieses Jahrhunderts stark ansteigen.“      

Quelle: Space.com zur Startseite...
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