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Sedna ist eine alte Asphaltkugel
13. April 2005. Neue spektroskopische Untersuchungen des von Sedna reflektierten Infrarotlichts zeigen, dass Sedna’s Oberfläche anders als die des Pluto wahrscheinlich keine großen Mengen von Wassereis oder Methan enthält. Wegen der hohen Entfernung zur Sonne ist die kalte Oberfläche von Sedna wahrscheinlich für Millionen von Jahren nur von kosmischer Strahlung und der ultravioletten Strahlung der Sonne getroffen worden.


(Quelle: NASA). Vergrößerung (35k)

Chad Trujillo, Astronom am Gemini Observatory leitete die Arbeiten eines Teams vom California Institute of Technology, das Sedna ursprünglich entdeckt hatte. Mit dem Near Infrared Imager von Gemini gelang es ihnen, Infrarotspektren des Planetoiden aufzunehmen. Das Ziel war ein besseres Verständnis von Oberfläche und Entwicklung des Planetoiden.

„Sedna führte wahrscheinlich ein extrem isoliertes Leben am Rand des Sonnensystems,“ sagte Trujillo. „Dort draußen, jenseits von dem was wir früher für die Grenze des Sonnensystems hielten sind Kollisionen oder Interaktionen von Objekten sehr selten. Unsere Beobachtungen bestätigen unsere Erwartungen eines vom Weltraumwetter gegerbten Objekts.“

Die Spektraldaten von Sedna zeigen keine charakteristischen Linien für Methan oder Wassereis, es sind aber noch weitere Untersuchungen notwendig um zu klären, wie niedrig die Anteile dieser Stoffe wirklich sind. Sedna könnte dem Kleinplaneten Pholus (innerhalb der Umlaufbahn des Saturn) gleichen, der im sichtbaren Licht ähnlich rötlich erscheint wie Sedna. Die gleiche „Weltraumverwitterung“ könnte auch auf Pluto und Charon (Pluto’s Mond) einwirken, möglicherweise gibt es dort aber andere atmosphärische oder geologische Prozesse und Kollisionen, die Wasser und Methan wieder an die Oberfläche befördern.

Die Daten könnten Information über die Entwicklungsgeschichte von Sedna liefern. Astronomen nehmen an, dass Objekte wie Sedna anfangs eine Oberfläche aus Eis besitzen. Mit der Zeit verbrennt die Strahlung Oberfläche und verwandelt sie in kohlenwasserstoffreiche Substanzen die Asphalt ähnlich sind und die im Infrarotspektrum kaum zu erkennen sind. Das könnte erklären, warum Sedna im Gegensatz zu Pluto oder Charon keine Spuren von Eis und Methan aufweist.

„Wie mit einem Sandstrahlgebläse werden in Milliarden von Jahren die Oberflächen von Objekten im Sonnensystem ständig von Einschlägen und Kollisionen verändert, so dass sich immer neues Material ansammelt, bevor das schwarze Zeug sich festsetzen kann,“ sagte Michael Brown vom California Institute of Technology. Pluto und Charon sind gute Beispiele dafür: Pluto hat eine deutliche Signatur von gefrorenem Methan und das Spektrum von Charon wird von Wassereis dominiert.

Das Team schließt nicht aus, dass bei längeren Beobachtungszeiten noch Wasseis oder Methan gefunden werden kann, aber die jetzigen Daten zeigen bereits, dass die Anteile nicht sehr hoch sein können.        

Quelle: Gemini Observatory zur Startseite...
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