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Torino-Skala überarbeitet
13. April 2005. Die Torino-Skala ist ähnlich der Richter-Skala für Erdbeben ein Werkzeug das dazu dient, die Gefahr und die möglichen Auswirkungen eines Asteroideneinschlags zu klassifizieren. Die Skala wurde nun überarbeitet um sie für Journalisten und die Öffentlichkeit leichter verständlich zu machen.


(Quelle: NASA). Vergrößerung (1700k)

Die Torino Skala ist seit ihrer Einführung im Jahr 1999 umstritten. Sie bewertet Asteroiden nach der Wahrscheinlichkeit mit der sie die Erde treffen, nach dem Zeitpunkt in der Zukunft  und nach der wahrscheinlichen Zerstörungskraft. Die Skala hat jedoch nie die breite Verwendung gefunden wie die Richter-Skala, auch wenn einige Astronomen immer noch hoffen, dass die Skala ihr Ziel einer verbesserten Kommunikation zwischen Astronomen und Massenmedien erreichen wird.

Ein viel diskutierte Überarbeitung der Skala wurde gestern veröffentlicht.

Die Skala ist nicht nach oben offen sondern reicht von Null bis Zehn. Nur ein Asteroid im Dezember 2004 hatte Astronomen für kurze Zeit in helle Aufregung versetzt und Stufe Vier erreicht. Die Wahrscheinlichkeit eines Einschlages im Jahr 2029 wurde jedoch schließlich ausgeschlossen. Dieses Ereignis brachte die Torino-Skala ins Rampenlicht, aber da es über Weihnachten passierte, wissen nur wenige, dass kurzzeitig eine 1:45 Chance eines verheerenden Einschlages bestand.

Zu anderen Zeiten gab es Objekte die gerade eben über die Null reichten und trotzdem von den Medien groß aufgegriffen wurden, obwohl die Einschlagswahrscheinlichkeit kleiner als eins zu eine Million war.

Kritiker der Torino-Skala behaupten, die Skala sei zu komplex und die Einschlagswahrscheinlichkeiten zu gering, komplex und variabel, als das man es auf eine simple Kombination von Zahlen und Farben herunterbrechen könne. Der Schöpfer der Skala, Professor Richard Binzel vom MIT gibt zu, dass die ursprüngliche Skala die Leute erschreckt hat, obwohl das Gegenteil beabsichtigt war. „Deshalb wurden die Veränderungen an der Skala vorgenommen,“ sagte Binzel.

Ein Torino-Wert von Eins bedeutet so gut wie keine Gefahr einer Kollision. Eine Zehn bedeutet eine Katastrophe, und zwar bald. Die Zahlen haben sich nach der Überarbeitung nicht verändert, aber die jeweilige Definition.

Beispielsweise werden die Stufen Zwei und Vier in der ursprünglichen Fassung als „verdient Bedenken, Sorge“ (meriting concern) beschrieben. Die neue Fassung beschreibt das Objekt mit „verdient die Aufmerksamkeit der Astronomen“ und nicht notwendigerweise der breiten Öffentlichkeit.

Wenn Asteroiden entdeckt werden, ist es nicht ungewöhnlich, dass Computersimulationen nach ein paar Umläufen um die Sonne einen Einschlag vorhersagen. Diese Vorhersagen basieren in der Regel nur auf Beobachtungsdaten von einigen Tagen, das heißt, die genaue Umlaufbahn des Asteroiden ist noch nicht hinreichend bekannt. Die veränderte Sprache der neuen Torino-Skala betont, dass weitere Bahnbeobachtungen die Einschlagswahrscheinlichkeit normalerweise auf Null reduzieren.    

Quelle: Space.com zur Startseite...
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