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Konstante doch nicht konstant?
12. April 2005. Physikalische Konstanten sind einer der Grundpfeiler der Physik – heilige Zahlen von denen wir wissen, dass sie feststehen – aber was, wenn einige dieser Grundpfeiler sich mit der Zeit verändern? Dr. Michael Murphy von der Cambridge University untersucht die Feinstrukturkonstante, eine kritische Konstante, die exakt so abgestimmt zu sein scheint, damit Leben überhaupt existieren kann – und behauptet gleichzeitig, dass die Konstante möglicherweise gar keine ist.


(Quelle: Cambridge University). Vergrößerung (72k)

Dr. Murphy verwendete das weltweit größte optische Teleskop Keck auf dem Mauna Kea auf Hawaii um das Licht von Quasaren, quasi-stellaren Energiequellen die in Wirklichkeit entfernte Galaxien sind. Das Licht dieser Quasare ist Milliarden Jahre zu uns unterwegs gewesen und scheint zu zeigen, dass die Feinstrukturkonstante, auch „Alpha“ genannt, über sehr große Zeiträume variiert.

Die Feinstrukturkonstante regelt die elektromagnetische Kraft, die alle Atome und Moleküle zusammen hält. Wissenschaftler wissen seit einigen Jahren, dass Leben nicht existieren könnte, wäre der Wert der Konstante nur ein wenig anders. Nur die allerkleinsten Variationen wären tolerierbar, und die meisten Wissenschaftler glauben ohnehin, dass die Feinstrukturkonstante immer den gleichen Wert hatte.

Die Konstante beeinflusst auch die Absorptionslinien der Atome, die gemessen werden können, wenn Licht durch eine Gaswolke läuft. Murphy verwendete die Quasare als entfernte Lichtquellen, die auf ihrem Weg zur Erde durch Gaswolken scheinen. Das Licht braucht zeit um zur Erde zu gelangen, also sieht man die Absorption, wie sie vor Milliarden von Jahren war. Durch Vergleiche dieser Absorption mit der von Experimenten auf der Erde, kommt Murphy zu dem Schluss, dass sich Alpha in den letzten 10 Milliarden Jahren um einen Teil in 200 000 verändert hat.

Andere Forscher haben Arbeiten veröffentlicht die nahe legen das Alpha nicht variiert. Dr. Murphy’s Arbeit ist jedoch der bisher ausführlichste Untersuchung des Themas. Er sagt das die internen Checks in seiner Methode, die von anderen Forschern nicht genutzt wurden, seine Messungen zu den bisher präzisesten mache.

Murphy ist vorsichtig genug, den Fall nicht als geschlossen zu betrachten. „Keiner kann behaupten, dass Alpha variiert, bevor nicht ein anderes Experiment meine Behauptung bestätigt,“ sagte er, „die Beweise sind zwar stark, aber nicht außergewöhnlich.“    

Quelle: Cambridge University Observatory zur Startseite...
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