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Teleskope der nächsten Generation
11. April 2005. Die größten Teleskope der Erde benutzen heute Spiegel mit einem Durchmesser vom zehn Metern. Aber die Aussichten für zukünftige extrem große Teleskope sind gut. Eine neue Studie sieht große Spiegel von 50 bis 100 Metern Durchmesser voraus, groß genug um ein ganzes Fußballstadion zu auszufüllen.


(Quelle: OWL). Vergrößerung (43k)

Dieser Quantensprung hat wichtige Auswirkungen. Da Astronomen jedes Photon das auf sie zu kommt einfangen wollen, hilft die bis zu 100 mal größere Sammelfläche dieser Teleskope enorm. Ein 100-Meter-Teleskop würde außerdem mit einer vierzigfach besseren räumlichen Auflösung als das Weltraumteleskop Hubble eine sehr scharfe Sicht bieten.

Am 8. April berichtete Dr. Isobel Hook von der Oxford University auf dem Treffen der Royal Astronomical Society in Birmingham über den wissenschaftlichen Nutzen dieser ELT (Extremely Large Telescopes) getauften Monster. Die Erkenntnisse wurden von über 100 Astronomen in vierjähriger Arbeit zusammen getragen.

Die riesige Verbesserung der Sensitivität und Präzision durch eine Vergrößerung der Spiegel von 6 bis 10 Metern auf 50 bis 100 Meter und die gleichzeitige Integration von adaptiver Optik seien die größte Verbesserung in der Geschichte der Teleskopastronomie, heißt es in dem Bericht. Die Astronomen erhoffen sich wichtige und nicht vorhersagbare wissenschaftliche Erkenntnisse durch diese neuen Teleskope. Ihr Nutzen ist möglicherweise noch wesentlich größer, als das heute eingeschätzt werden kann.

Die Astronomen glauben, dass ein ELT nicht nur Planeten um andere Sterne entdecken kann, sondern auch erdähnliche Planeten auf das Vorhandensein von Wasser, Sauerstoff und Methan untersuchen kann. Viele der Rätsel der Hochenergieastronomie würden ebenfalls beantwortet. Tiefe Einblicke erhofft man sich auch in Schwarze Löcher, die Entstehung von Galaxien, die Dunkle Materie und sogar die noch rätselhaftere Dunkle Energie, die das Universum auseinander treibt. Ein ELT würde auch ausreichen, um die Geburt der ersten Galaxien wenige 100 Millionen Jahre nach dem Urknall zu beobachten, ebenso wie frühe Supernovae, deren Licht vor über 10 Milliarden Jahren ausgestrahlt wurde.

„Einige der aufregendsten Entdeckungen können nicht vorhergesagt werden,“ sagte Dr. Hook. „Neue astronomische Instrumente haben uns immer mit dem Unerwarteten überrascht. Ein ELT würde solche Fortschritte aus zwei Gründen ermöglichen – die große Kollektorfläche würde sehr schwach leuchtende Objekte sichtbar machen, und der große Durchmesser liefert sehr scharfe Bilder (vorausgesetzt die adaptive Optik korrigiert den Einfluss atmosphärischer Turbulenzen.“

Ist es tatsächlich möglich diese riesigen Teleskope zu bauen?

Die ersten Studien sind laut Dr. Hook optimistisch, dass ein 50 bis 100 Meter-Teleskop innerhalb von 10 bis 15 Jahren für eine Milliarde Euro gebaut werden kann. Eine große Designstudie läuft derzeit in Europa an, um die für den Bau notwendige Technologie zu entwickeln.    

Quelle: Royal Astronomical Society zur Startseite...
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