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Neue Erkenntnisse könnten Rätsel der Sonneneruptionen lösen
08. April 2005. Eine internationale Gruppe von Astronomen unter der Leitung von Dr. Louise Harra vom University College London hat wichtige neue Erkenntnisse über die Ereignisse gewonnen, die zu einer Sonneneruption führen und deren weitere Entwicklung beeinflussen.


(Quelle: SOHO). Vergrößerung (63k)

Die Ergebnisse, die auf dem Treffen der Royal Astronomical Society in Birmingham vorgestellt wurden, beruhen auf Daten der ESA/NASA Sonde SOHO und Messungen einer der stärksten Eruptionen der letzten Jahre, der Klasse X-7 Eruption vom 15. Juli 2002.

Detaillierte Analysen haben gezeigt, dass der Ausbruch vom 15. Juli 2002 ein komplexes Ereignis mit drei Eruptionen war, von denen die ersten beiden die jeweils nachfolgenden  wie in einem Dominoeffekt verursachten. Die Explosionskraft der Sonneneruptionen war 5 Milliarden mal größer als die einer Atombombe und schleuderte Milliarden Tonnen von heißem Gas mit einer Geschwindigkeit von 800 000 Kilometern pro Stunde Richtung Erde.

Die SOHO Daten zeigen, dass die Explosion durch das plötzliche Auftauchen von stark magnetisiertem Gas (Plasma) aus dem Sonneninneren, in der Nähe eines existierenden starken Magnetfeldes. Als die beiden Magnetfelder kollidierten, setzten sie enorme Energiemengen frei. Die Daten zeigen, dass das mitgerissene Gas auf bis zu 20 Millionen Grad Celsius erhitzt wurde, bevor es mit einer Geschwindigkeit von 150 000 Stundenkilometern die Korona erreichte.

Diese Analyse der Sonneneruption widerspricht der gängigen Theorie über die Entstehungen von Sonneneruptionen. Bis jetzt glaubte man, dass magnetische Feldlinien des Zentrums einer aktiven Region sich in der Korona verbinden und eine Eruption auslösen. Bei der Eruption vom 15. Juli 2002 geschah die magnetische Verbindung auf einer wesentlich größeren Fläche. Die Daten zeigen, dass kleine magnetische Störungen um die aktive Region herum lawinenartig anwuchsen bis sie das schwache magnetische Feld, dass die Region umgab, durchbrachen. Dieser magnetische Anstieg spülte die existierenden Feldlinien die über der Region lagen hinweg, so das sich das zentrale Magnetfeld verbinden konnte.

„Wir waren in der Lage das zu messen, indem nach ultraviolettem Licht und schnell fließendem Gas suchten. Das ist wichtig, da wir das Fließen von heißem Gas erstmals beobachteten. So konnten wir sehen, dass mehrere kleine Eruptionen schließlich zu einer großen führten. So können wir möglicherweise eines Tages Sonneneruptionen sogar vorhersagen,“ sagte Harra.

Die gewonnen Erkenntnisse geben einen Ausblick auf die Erkenntnisse, die mit der britisch-japanischen Sonde Solar-B, die im Sommer 2006 gestartet werden soll, noch erheblich vertieft werden sollen.    

Quelle: Royal Astronomical Society zur Startseite...
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