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Sedna höchstwahrscheinlich ohne Mond
06. April 2005. Seit der weit von der Sonne entfernte Planetoid Sedna entdeckt wurde, gibt er der Wissenschaft Rätsel auf. Sedna schien sich in 20 Tagen einmal um die eigene Achse zu drehen, verglichen mit anderen Himmelskörpern ist das sehr langsam. Astronomen überlegten, ob nicht ein Mond die Drehung verlangsamt haben könnte, doch Bilder des Hubble Weltraumteleskops zeigten keinen Begleiter.


Künstlerische Darstellung von Sedna (Quelle: Harvard). Vergrößerung (107k)

Neue Messungen der Harvard-Wissenschaftler Scott Gaudi und Krzystof Stanek lösten das Rätsel indem sie zeigten, dass kein Mond notwendig ist. Sedna dreht sich tatsächlich etwa einmal in 10 Stunden um die eigene Achse, wesentlich schneller als ursprünglich angenommen. Diese kurze Umlaufzeit ist typisch für Himmelskörper in unserem Sonnensystem und braucht keine weiteren externen Einflüsse.

„Wir haben den Fall des fehlenden Sedna-Mondes gelöst,“ sagte Gaudi. „Der Mond ist nicht etwa verschwunden, sondern er war von Anfang an nicht vorhanden.“

Sedna ist eine seltsame Welt, die sich auf ihrer elliptischen Umlaufbahn bis zu 45 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt (mehr als 500 Astronomische Einheiten; eine Astronomische Einheit ist die durchschnittliche Distanz zwischen Sonne und Erde). Der sonnennächste Punkt liegt bei 80 Astronomischen Einheiten und die Umlaufzeit beträgt 10 000 Jahre. Zum Vergleich, der 248 Jahre dauernde Umlauf des Planeten Pluto bewegt sich zwischen 30 und 50 Astronomischen Einheiten.

„Bis jetzt erschien Sedna völlig rätselhaft. Jede Eigenschaft des Planetoiden schien untypisch,“ sagte Gaudi. „Wir konnten zeigen, dass zumindest die Rotationsperiode von Sedna völlig normal ist.“

Sedna erscheint noch in anderer Hinsicht ungewöhnlich. Sedna ist mit 1600 Kilometern Durchmesser einer der größten „Kleinplaneten“. Pluto ist mit etwa 2000 Kilometern nicht viel größer. Sedna erscheint außerdem rötlich, was bisher niemand erklären konnte.

Anfängliche Messungen deuteten auch auf eine extreme Rotationsperiode hin – verglichen mit anderen Himmelskörpern extrem lang. Aus der Messung von kleinen Helligkeitsunterschieden leiteten Wissenschaftler eine Rotationsperiode von 20 bis 40 Tagen ab. Eine solch langsame Rotation würde nach heutigem Verständnis die Gegenwart eines großen Mondes erfordern, dessen Gravitation die Rotation bremsen könnte. Als Ergebnis dieser Interpretation zeigten künstlerische Darstellungen, welche die Meldung von Sedna’s Entdeckung begleiteten, einen Mond. Einen Monat später zeigten Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble keinen Mond.

Wie Detektive untersuchten Gaudi und seine Kollegen den Fall erneut und untersuchten Sedna mit dem neuen MegaCam-Instrument des 6,5 Meter Teleskops am Mount Hopkins in Arizona. Sie maßen die Helligkeit von Sedna und suchten nach verräterischen Helligkeitsänderungen.

Die gesammelten Daten passen zu einem Planetoiden, der sich etwa alle zehn Stunden einmal um sich selbst dreht. Die Messungen schließen Rotationsperioden von mehr als 10 Tagen oder weniger als 5 Stunden definitiv aus.

Während die neuen Daten ein Rätsel lösen, bleiben die andere bestehen. Das wichtigste von ihnen ist die Frage nach dem Orbit: Wie gelangte Sedna auf den jetzigen exzentrischen Orbit?

„Sedna ist ein einzigartiges Objekt in unserem Sonnensystem,“ sagte Stanek. „Alles, was wir über es lernen können, hilft uns weiter, seinen Ursprung zu ergründen.“  

Quelle: Harvard zur Startseite...
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