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Swift misst Entfernungen
06. April 2005. Der NASA Mission Swift ist es gelungen, die Entfernung zu zwei Gammastrahlenausbrüchen zu messen, die an entgegengesetzten Stellen des Himmels beobachtet wurden. Beide Explosionen ereigneten sich über neun Milliarden Lichtjahre entfernt von unseren Sonnensystem.

Kontrollzentrum
Künstlerische Darstellung des Swift Observatoriums vor einem Gammastrahlenausbruch (Quelle: NASA). Vergrößerung

Die Messungen sind die ersten von der Mission Swift durchgeführten Bestimmungen der Rotlichtverschiebung. Die Entfernungen wurden mit dem Instrument UVOT (Ultraviolet/Optical Telescope) durchgeführt.

Nach Aussage des wissenschaftlichen Teams, das die im November 2004 gestartete Mission betreut, wird diese Art von Messungen in Zukunft zur Routine werden. Mit weiteren Messungen kann eine Karte erstellt werden, die verdeutlicht, wann und wo die kurzen, hellen Gammastrahlenausbrüche passieren.

Swift wird mehr Gammastrahlenausbrüche entdecken als jeder vorherige Satellit und wird auch in der Lage sein, die Distanz zu den meisten von ihnen zu messen,“ sagte Dr. Peter Roming, Instrumentleiter für das UVOT von der Pennsylvania State University. „Die beiden jetzt gemessenen Ausbrüche befinden sich zwar nicht in Rekordentfernung, aber sie sind nichtsdestotrotz weit draußen.“Der zweite der beiden Ausbrüche war sogar hell genug, um mit einem guten Amateurteleskop von der Erde aus gesehen zu werden.

Gammastrahlenausbrüche gehören zu den stärksten bekannten Explosionen im Universum. Es wird angenommen, dass sie bei der Geburt eines Schwarzen Loches entstehen, entweder durch die Explosion eines großen Sterns oder durch die Verschmelzung von kleineren Schwarzen Löchern oder Neutronensternen. Theoretisch sind täglich ein paar dieser Ausbrüche von der Erde aus beobachtbar. Sie sind jedoch schwer zu entdecken und zu beobachten, da ihre Ausbrüche nicht vorhersagbar sind und sie nur zwischen wenigen Millisekunden und einer Minute dauern.

Swift ist mit drei Teleskopen ausgestattet. Es kann Ausbrüche lokalisieren und sich dann selbständig so drehen, dass das UVOT das Nachglühen des eigentlichen Ausbruchs, das einige Tage bis Wochen dauern kann, beobachten kann.

Swift entdeckte die Ausbrüche GRB 050318 und GRB 050319 am 18. und 19. März. Das UVOT-Team schätzt, dass die Rotverschiebungen 1,44 beziehungsweise 3,24 betragen. Das entspricht Entfernungen von 9,2 und 11,6 Milliarden Lichtjahren. (Die zweite Angabe ist die genauere Messung, die durch das Nordic Optical Telescope auf der Erde gemacht wurde.). Entfernungsmessungen werden durch die Analyse des Nachglühens eines Gammastrahlenausbruchs erzielt.

Swift hat bisher 24 Ausbrüche festgestellt. GRB 050318 war der erste, bei dem das UVOT ein Nachglühen festgestellt hat. „Das Fehlen des Nachglühens ist auch eine interessante Tatsache,“ sagte Roming. „Es hilft uns herauszufinden, warum bestimmte Ausbrüche ein bestimmtes Glühen erzeugen, wenn überhaupt.“ Swift’s Röntgenteleskop hat bereits bei mehreren Ausbrüchen ein Nachglühen festgestellt. Das UVOT entdeckte bei GRB 050318 und 050319 Nachglühen im optischen Bereich, jedoch kaum im ultravioletten Bereich.

„Jeder Ausbruch ist ein bisschen anders, und wenn wir alle zusammen betrachten, werden wir nach und nach ein komplettes Bild bekommen,“ sagte Dr. Keith Mason vom University College London, das ebenfalls wissenschaftlich am UVOT beteiligt ist. „Die Entfernungsmessungen durch UVOT werden in den nächsten Monaten noch genauer werden, da wir weitere Instrumente an Bord der Sonde in Betrieb nehmen werden.“    

Quelle: Pennsylvania State University zur Startseite...
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