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Erforschung des Weltraums: “What could be cooler?”
31. März 2005. Clifford R. McMurray, ehemaliges Vorstandsmitglied der amerikanischen National Space Society erzählt in einer Anekdote, was die Erforschung des Weltraums für ihn und viele andere bedeutet. Space! What’s cooler?


Der Start der Proton-Rakete.Vergrößerung (757k) (Quelle: ESO)

Vor ein paar Jahren wurde ich zufällig Zeuge einer Unterhaltung zweier Studenten von der renommierten Harvard University, die ihre Semesterferien dazu nutzen, im amerikanischen Kongress Lobby-Arbeit für das Wachstum der kommerziellen Raumfahrt zu leisten. Als der eine den anderen fragte, warum er eine Karriere in der Raumfahrtindustrie anstrebe, antwortete dieser einfach: „What’s cooler?“

Für jene von uns die sich mit Weltraum und Raumfahrt beschäftigen, ist das eine ziemlich gute Zusammenfassung, oder nicht? Hat man die rationalen Überlegungen darüber, warum andere Leute sich mit dem Thema beschäftigen sollten erst einmal hinter sich, dann bleibt das Abenteuer – ein Abenteuer sowohl für den Geist als auch für den Körper. Einige Menschen sind abenteuerlustig, und das sind die, die die Gesellschaft voranbringen. Andere Menschen sind nicht abenteuerlustig, aber sie stellen sicher, dass es eine Gesellschaft gibt, die vorangebracht werden kann. Diese zwei Gruppen müssen nicht unbedingt miteinander verfeindet sein, aber sie sind auch keine selbstverständlichen Freunde. Sie sprechen einfach nicht die selbe Sprache.

Der Student aus Harvard hat für die Faszination des Weltraums eine Zusammenfassung in zwei Worten gefunden. Als Abgänger einer renommierten Universität hätte er eine ganze Reihe von Karrierepfaden einschlagen können, die ihm ein finanziell sorgenfreies Leben nahezu garantiert hätten. Aber keine dieser Karrieren konnte ihn wirklich begeistern. Es ist diese Leidenschaft,die ihn und andere gleichgesinnte antreiben wird, wenn es darum geht, schwierige wissenschaftliche Fächer zu studieren oder lange Arbeitstage zu ertragen, um ein erfolgreicher Geschäftsmann zu werden. Ob sie später auch auf dem Gebiet arbeiten, dass ihnen die Inspiration gab, ist gar nicht entscheidend. Das Ergebnis sind gut ausgebildete Menschen, die in der Lage sind, viele der Probleme zu lösen die zukünftigen Generationen bevorstehen.

Ich habe von den Vertretern der Rationalität häufiger die Frage gehört, warum der Weltraum die Studenten inspiriert und zu Höchstleistungen antreibt. Warum können sie nicht genauso begeistert nach einem Heilmittel für Krebs oder einem Auto ohne Abgase forschen? Nun, die einfache Antwort ist, dass sie eben nicht begeistert davon sind. Jeder der Kinder beobachtet oder sich an seine eigenen Kindheitsträume erinnert, wird wissen, dass es zwei Dinge gibt, die die Vorstellungskraft vor allem anregen: der Weltraum und Dinosaurier. Das sind die großen Ideen, die Welten jenseits der Bereiche in denen wir uns täglich bewegen. Sie motivieren uns nach draußen und nach oben zu schauen, anstatt nach innen und unten.

Altruistische Träume, der Traum anderen zu helfen, kommen später, wenn überhaupt. Die Träume der Jugend sind selbstsüchtiger. Aber die Lust auf Abenteuer kann später in altruistische bahnen gelenkt werden. Lasst die Kinder (und einige der Erwachsenen) diese „unpraktischen“ Träume behalten. Was haben wir denn ohne Träume?

Inspiration ist nicht der einzige Nutzen, den die Gesellschaft aus der Begeisterung für den Weltraum zieht. Selbst wenn es der einzige Nutzen wäre, würde das allein es schon wert sein. Das nächste Mal wenn Sie jemand fragt, warum sie sich für diese entrückten Dinge interessieren, während die Welt so viele Probleme hat, sehen Sie ihm direkt in die Augen und antworten: „What’s cooler?“
     

Quelle: Space.com zur Startseite...
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