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Was kollidierende Galaxien mit Sternentstehung zu tun haben
29. März 2005. Das Infrarotobservatorium (ISO) der ESA lieferte den ersten direkten Beweis dafür, dass von Galaxienkollisionen verursachte Schockwellen interstellares Gas so anregen, dass sich neue Sterne bilden können.


(Quelle: ESO)

Die Daten liefern außerdem Hinweise darauf, wie sich die Geburt der ersten Sterne im frühen Universum entwickelte und beschleunigte. Durch die Beobachtung von Galaxien war Wissenschaftlern seit langem klar, dass starke Explosionen wie zum Beispiel Supernovae Schockwellen und „Winde“ erzeugen, die das Gas in der Nachbarschaft durchlaufen und anregen. Dieser Prozess führt zu einem zusammenziehen des Gases und schließlich zur Entstehung eines Sterns.

Das eindeutige Zeichen für diesen Prozess ist eine Strahlung, die von molekularem Wasserstoff ausgestrahlt wird. Wenn molekularer Wasserstoff angeregt wird, gibt er eine bestimmte Strahlung ab, die im Infrarotbereich nachgewiesen werden kann.

Dieser Typ von Strahlung wurde auch dort gemessen, wo Galaxien miteinander kollidierten und wo die Sternbildungsrate sehr hoch ist. Bis jetzt gab es aber keine Gewissheit darüber, was in dem Zeitraum zwischen der Kollision der Galaxien und dem Beginn der Sternentstehung passierte. Das fehlende Bindeglied wurde nun von einem deutschen Astronomenteam gefunden, das ISO Daten von einem  Galaxienpaar, den ‚Antennen’ (NGC 4038 und 4039) analysierte. Die beiden Galaxien, 60 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild ‚Krähe’, befinden sich noch in der Frühphase ihrer Kollision. Die Astronomen entdeckten in der überlappenden Region der beiden Galaxien einen hohen Anteil von angeregtem molekularem Sauerstoff.

Insbesondere in den nördlichen und südlichen Überlappungsgebieten ist die Strahlung gleichmäßig verteilt. Überraschenderweise wurden jedoch sehr wenige Supernova-Explosionen in diesen Gebieten gefunden, die die Strahlung hätten erklären können. Der strahlende molekulare Wasserstoff muss also die Signatur der selten zu beobachtenden Phase vor der Sternentstehung sein, in der Wasserstoff durch die mechanische Energie der Kollision angeregt wird. Mit anderen Worten, die Ergebnisse liefern den ersten direkten Beweis für das fehlende Glied zwischen Galaxienkollisionen und Sternentstehung. Die Astronomen schätzen, dass die beiden Galaxien nach Beginn der Sternentstehung, irgendwann in der nächsten Million Jahre, im Infrarotbereich doppelt so hell scheinen werden wie heute.

Die Astronomen glauben weiter, dass Sternentstehung durch Kollisionsschockwellen eine Rolle in der ersten Milliarde Jahre nach dem Urknall gespielt haben könnte. Schockwellen, verursacht durch die Kollisionen von Proto-Galaxien, könnten die Entstehung der ersten Sterne beschleunigt haben. Die frühen Sterne bestanden nur aus Wasserstoff und Helium und hätten sonst wesentlich länger für ihre Entwicklung benötigt, da leichte Elemente eine lange Zeit zum Abkühlen und Kondensieren benötigen.      

Quelle: ESA zur Startseite...
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