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ESA und Indien arbeiten zusammen
21. März 2005. Auf einem Treffen des ESA-Rates am 17. März in Paris wurde einstimmig eine Zusammenarbeit zwischen ESA und Indischer Weltraumforschungsorganisation bei deren Mondmission, Chandrayaan-1, beschlossen.


Diese Aufnahme des Mondes wurde am 29. Dezember 2004 mit dem AMIE-Instrument der Sonde SMART-1 gemacht. Es zeigt unter anderem den Mouchez-Krater in der Nähe des Nullmeridians des Mondes. (Quelle: ESA)

Die indische ISRO (Indian Space Research Organisation) wurde 1965 gegründet und startete sechs Jahre später ihren ersten Satelliten. Seitdem hat die ISRO eine Reihe von Trägerraketen und Satelliten für Erdbeobachtung, Telekommunikation und Wettervorhersagen entwickelt. Indien besitzt einen eigenen Weltraumbahnhof in Sriharikota, hat aber auch schon den europäischen Weltraumbahnhof in Kourou genutzt, um Satelliten ins All zu bringen. Chandrayaan ist der erste indische Vorstoß bei der Erforschung des Sonnensystems.

Die getroffene Vereinbarung sieht Unterstützung und Koordination bei drei Instrumenten der Sonde vor: CIXS-2 (Chandrayaan-1-Röntgenspektrometer, SARA (Sub-Kiloelektonenvolt Atomreflektions Analyzer) und SIR-2 (Spektrometer für den nahen Infrarotbereich). ESA wird außerdem die Hardware für das HEX (Hochenergie Röntgen-Spektrometer) liefern. Direkte Sachleistungen sind ebenfalls in der Vereinbarung vorgesehen. Im Gegenzug werden alle Daten die die Instrumente liefern den ESA-Mitgliedsstaaten zur Verfügung gestellt.

Die von den Indern angeforderten Instrumente sind identisch mit denen der 2003 gestarteten ESA-Sonde SMART-1. Die Sonde, die auf dem Weg zum Mond einen neuen solarelektrischen Antrieb getestet hatte, hat gerade ihre eigentliche Phase der Mondbeobachtung begonnen. SMART-1 soll die erste umfassende Bestandsaufnahme der an der Mondoberfläche vorhandenen Chemikalien durchführen.

ISRO plant den Start einer 1053 Kilogramm schweren Sonde zur Erforschung des Ursprungs und der Entwicklung des Sonnensystems und insbesondere des Mondes. Der Satellit wird eine Lebenserwartung von zwei Jahren haben und 2007 oder 2008 von Indiens Polar Satellite Launch Vehicle ins All gebracht werden.

ESA wird ISRO an ihren Erfahrungen mit SMART-1 teilhaben lassen, wissenschaftliche Instrumente beisteuern und außerdem die operationelle Phase der Mission unterstützen.

Die SMART-1-Mission bringt der ESA derzeit die Spitzenposition im neuen Rennen zurück zum Mond ein. Neben Indien und Europa planen auch Japan, China und die USA neue Missionen für die kommenden Jahre. Die Kooperation mit Indien festigt dabei die Spitzenposition der europäischen Wissenschaftler.

Der Wissenschaftsdirektor der ESA, David Southwood, sagte: „Man sollte die Zusammenarbeit auch in einem größeren Kontext sehen. Die Weltraumwissenschaft ist für Raumfahrtagenturen ein natürliches Gebiet auf dem sie die Zusammenarbeit in technischen Fragen lernen können. Und solche Art Zusammenarbeit bleibt ein strategisches Element in der langfristigen Agenda der ESA.  

Quelle: ESA zur Startseite...
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