Startseite Service Partner Sponsoren Impressum Kontakt

Planet Mars
Übersicht
Service
Newsletter bestellen
Artikel empfehlen






Mars Express: Europa kann Stolz sein
16. März 2005. Die Daten der europäischen Sonde Mars Express werfen ein neues Licht auf Vergangenheit und Gegenwart des Roten Planeten. Europa beeindruckt Wissenschaftler weltweit mit atemberaubenden Beobachtungen und weckt hier und da sogar etwas Neid.


Mars Express im Marsorbit (künstlerische Darstellung).Vergrößerung (592k) (Quelle: ESA)

Europas erste und weiterhin aktive Marsmission hat Zeichen sehr frischer vulkanischer Aktivität und Spuren von Gletschern und gigantischen Wasserfällen gefunden. Mit diesen und anderen Entdeckungen von Mars Express ist es nicht unangemessen zu vermuten, dass auf dem Mars nicht nur Leben entstanden ist, sondern auch noch bis heute in einigen Nischen überlebt haben könnte.

Etwa 1500 Wissenschaftler erhalten während der vom 14. bis 18. März stattfindenden 36. Lunar and Planetary Science Conference Einblicke und Zugang zu den neuesten Daten.

„Dank der Instrumente an Bord von Mars Express sehen wir einen neuen Mars...einen Mars, den wir so nicht erwartet hatten,“ sagte Bernard Foing, leitender Wissenschaftler des Wissenschaftsprogramms der ESA. „Wir haben Anzeichen von Vulkanismus gefunden, der auf der marsianischen Zeitskala quasi gestern stattfand, außerdem Gletscherbewegungen und Eisablagerungen. Vulkane auf dem Mars könnten morgen wieder ausbrechen.“

Mars Express, seit einem Jahr in einer Umlaufbahn um den Planeten, bestätigt mit seinen Daten, dass Mars einst feucht und in seiner frühen Phase wahrscheinlich auch warm gewesen ist. Größere Wassermengen waren vorhanden. Durch den Verlust der Marsatmosphäre in den letzten drei Milliarden Jahren wurde der Mars kalt und trocken.

Global und lokale Suche
Was jetzt wichtig ist, so Foing, sei die Identifizierung von Nischen, in die sich marsianisches  Leben zurückgezogen haben könnte, um drei Milliarden Jahre bis heute überlebt zu haben.

Mars Express hat rätselhafte Mengen Methan in der Atmosphäre gefunden, die als Nebenprodukt von lebenden Organismen interpretiert werden können. „Wir haben das nicht erwartet,“ sagte Foing. „Es ist also ein Entdeckung!“

Vulkanismus kann auch eine Methanquelle sein. Vulkanismus könnte sogar Nischen für Mikroben darstellen. „Da es auf dem Mars eine ganze Reihe von möglichen Habitaten für Leben gibt, müssen wir die Messungen sowohl global als auch lokal überprüfen,“ sagte Foing.

Verständnis braucht Zeit
Während auf der einen Seite die Begeisterung Wellen schlägt, gibt es Stimmen die zu Vorsicht und mehr Geduld auffordern.

Die aktuellen Missionen zum Mars, die Rover Spirit und Opportunity sowie die amerikanischen Orbiter Mars Global Surveyor und Mars Odyssey, sind wahre Goldgruben für gute Daten. „Ich denke es gab noch keine Zeit, zu der so viel Information über den Roten Planeten auf einmal erhalten haben,“ sagte Matt Golombek, Marsgeologe am Jet Propulsion Laboratory.

„Ich sehe die ersten Ergebnisse, aber es ist wahnsinnig viel Information,“ sagte Golombek. „ Selbst die Daten der Viking Sonden und Landemodule haben den Wissenschaftlern fast zehn Jahre zu denken gegeben.“ „Auch die neuen Daten von Mars Express werden einige Zeit brauchen, bis sie richtig eingeordnet werden können,“ sagte Joseph Boyce von der University of Hawaii. „Aber was wir im Moment zu sehen bekommen ist spektakulär,“ sagte Boyce. „Die Bilder sind absolut unglaublich. Die (ESA) haben einen guten Job gemacht!“

Die Europäische Gemeinschaft ist angekommen
Ein weiteres Instrument der europäischen Sonde, MARSIS, muss noch aktiviert werden, und auch dieses verspricht aufregende Daten. MARSIS sucht nach Zeichen von Eis unter der Oberfläche und nach Reservoirs von flüssigem Wasser.

Mars Express produziert bereits wertvolle Daten, die man zu einer Bank bringen kann und weitere werden folgen,“ beschreibt Ray Arvidson (Wasghington University) die gelungene Investition der Europäer. „In meinen Augen ist die Europäische Gemeinschaft („community“ statt „union“ist immer noch sehr gebräuchlich in der angelsächsischen Welt) angekommen.“

befragt nach der Entdeckung des Methan sagte Arvidson: „Ich denke es wird jahrelang diskutiert werden...aber es ist aufregend. Ich denke die Messungen werden Bestand haben, aber die Interpretation wird noch lange offen bleiben.“

Die Frage der Glaubwürdigkeit
Die ESA hat in letzter Zeit nicht nur mit Mars Express, sonder auch mit SMART-1, die jetzt den Mond umfliegt und der Landung von Huygens auf dem Titan bewiesen wozu sie fähig sind.

„Sie sind stolz und das zu Recht,“ sagte Arvidson. „Es sieht gut aus für unabhängige europäische Aktivitäten im Sonnensystem und auch für eine gemeinsame Arbeit.“

In einigen Zirkeln gab es auch Kritik am Mars Express-Team und deren Praxis bei der Veröffentlichung von Daten, wenn zum Beispiel Funde als die ersten ihrer Art beschrieben werden, obwohl sie es vielleicht nicht waren.

„Ich denke das sind nur einige wenige,“ sagte Arvidson. „Das ist eine Reaktion auf den Schock, so viel neues Datenmaterial zu bekommen, dass von Leuten stammt deren Muttersprache nicht englisch ist.“

Quelle: Space.com zur Startseite...
tägliche Raumfahrt NewsNewsletter bestellen



Verwandte Artikel
Langstreckenrover...(04. Mär 2005)
NASA Rover weiter erfolgreich...(08. Mär 2005)

Copyright 2005 Raumfahrt24.de Herausgeber: Ingo Froeschmann