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Titan und Erde durchaus ähnlich
10. März 2005. Saturns größter Mond Titan hat eine Oberfläche die hauptsächlich von Prozessen geformt wurde, die auch bei uns auf der Erde anzutreffen sind: Plattentektonik, Erosion, Winde und vielleicht auch Vulkanismus.


Das Bildmosaik zeigt eine kontrastverstärkte Aufnahme der südlichen Polregion des Titan. Die weissen Flecken sind Wolken. Vergrößerung (130k) (Quelle: NASA)

Titan wurde lange Zeit für das gefrorene Gegenstück der Erde gehalten, denn auf Titan gibt es flüssiges Methan das die Rolle des Wassers auf unserem Planeten übernimmt. Eine der Entdeckungen ist etwas, was ein 1500 Kilometer langer Fluss sein könnte. Wissenschaftler haben zudem festgestellt, dass Winde auf Titan schneller wehen als der Mond rotiert, ein Eigenschaft die lange vorausgesagt aber nie bewiesen wurde.

Tektonik hat eindeutig eine Rolle auf Titan gespielt. „Der einzige bekannte planetare Prozess der große lineare Grenzen erschaffen kann ist die Plattentektonik, bei der Stücke der Mondkruste zerbrechen und sich dann aneinander reiben oder sogar übereinander schieben,“ sagte Dr. Alfred McEwen vom Imaging Team der University of Arizona. „Erosion durch Flüssigkeiten kann die Tektonik noch hervorheben, indem sie dunkle Materialien in tiefer gelegenen gebieten ablagert und existierende Brüche vergrößert. Diese Zusammenspiel der Kräfte ist sehr erdähnlich.“

Die Bilder die von Cassini während der Vorbeiflüge gemacht wurden zeigen dunkle, gekrümmte und lineare Muster in verschiedenen Regionen des Titan, hauptsächlich jedoch am Südpol. Einige sind bis zu 1500 Kilometer lang. Bilder von Huygens zeigen klare Anzeichen für kleinere Kanäle von einigen Kilometern Länge, wahrscheinlich durch flüssiges Methan geschaffen. Bildexperten des Cassini-Teams nehmen an, dass die dunklen, geraden und gekrümmten Muster ebenfalls Kanäle sein könnten, es gibt jedoch keine direkten Beweise für die Einwirkung von Flüssigkeit.

Da Cassini die stärkste Wolkenbildung am Südpol beobachtet hat, nehmen Wissenschaftler an, dass dort der Methankreislauf (also Methanregen, Kanalbildung durch Abfluss, Verdunstung) am aktivsten ist. Die Hypothese würde die Existenz der langen Kanäle in dieser Region erklären. Die Analyse der Wolken der unteren Titanatmosphäre hat ergeben, dass die Winde sich schneller bewegen als die Mondrotation, ein Phänomen das als Superrotation bezeichnet wird. Auf der Erde ist das nicht der Fall.

„Modelle der Titanatmosphäre deuteten bereits auf diese Superrotation hin, die auch auf der Venus zu finden ist, aber bis jetzt gab es keine direkten Windmessungen um die Vorhersagen zu prüfen,“ sagte Dr. Tony DelGenio vom Goddard Institute for Space Studies. DelGenio erstellte vor über zehn Jahren die erste Computersimulation die die Superrotation voraussagte.

Titans Winde werden anhand der Wolkenbewegung gemessen. Wolken sind selten auf dem Titan, und die wenigen die es gibt sind oft zu klein um von der Erde aus sichtbar zu sein. Zehn Wolken wurden von Cassini beobachtet und in der unteren Atmosphäre Windgeschwindigkeiten bis zu 34 Metern pro Sekunde gemessen (122,4 Stundenkilometer). „Das Ergebnis deckt sich mit den Modellvorhersagen und es deutet darauf hin, dass wir nun die grundsätzliche Meteorologie, die auf langsam rotierenden Planeten existiert, verstehen,“ sagte DelGenio.

“Wir haben gerade erst angefangen die Oberfläche des Titan zu erforschen, was mich aber bisher am meisten faszinierte sind die Oberflächenmuster. Die Oberfläche ist komplex und deutet auf eine Reihe von Veränderungsprozessen hin,“ sagte Dr. Elizabeth Turtle vom Lunar and Planetary Laboratory at the University of Arizona.

„In unserem Sonnensystem haben wir extreme geologische Unterschiede auf verschiedenen Körpern gefunden. Eine Hemisphäre sieht der anderen oft gar nicht ähnlich,“ so Dr. Carolyn Porco, Leiterin des Imaging Teams vom Space Science Institute in Boulder, Colorado. „Auf dem Titan ist das wahrscheinlich auch so und vielleicht noch mehr.“

Quelle: NASA zur Startseite...
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