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Die Entdeckungen von Cassini
28. Februar 2005. Die Raumsonde Cassini liefert aufregende Erkenntnisse wie am Fließband. Wandernde Monde und solche die Schutthaufen ähneln, neue und verklumpte Saturnringe, zerfasernde Stürme und eine dynamische Magnetosphäre sind einige der Entdeckungen.


In diesem Falschfarbenbild des Saturn ist der Drachensturm zu erkennen. Vergrößerung (53k) (Quelle: ESO))

„Die letzten sieben Monate waren randvoll mit wissenschaftlichen Neuigkeiten und wir haben bereits einige Ergebnisse,“ sagt Dr. Dennis Matson, einer der Projektwissenschaftler vom Jet Propulsion Laboratory.

Messungen von schwachen, linearen Dichtewellen, die von den kleinen Monden Atlas und Pan in den Saturnringen verursacht werden, haben genauere Daten über die Masse der Monde geliefert. Ihre Masse lässt vermuten, dass die Monde extrem porös sind und vielleicht aussehen sind wie Schutthaufen. Die Monde in Saturns F-Ring, Prometheus und Pandora, sind ähnlich.

Eine andere Entdeckung ist ein kleiner Mond der jetzt Polydeuces genannt wurde. Es handelt sich um einen Begleitmond, einen so genannten Trojanischen Mond, die sich an gravitativ stabilen Punkten vor oder hinter einem größeren Mond finden. Saturn ist der einzige Planet der Monde mit Trojanischen Begleitmonden besitzt.

Die Entdeckungen die diese Woche im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht werden, beinhalten auch genauere Bahnberechnungen von einigen kleineren Monden des Saturn. Ein faszinierendes Ergebnis ist der exzentrische und etwas geneigte Orbit des Mondes Pan im A-Ring. Die Form des Orbits ist wichtig, da sie auf die Interaktion zwischen Mond und Ringmaterial schließen lässt. Wenn der Orbit wegen dieser Interaktion exzentrisch bleibt, kann man das gleiche auch für Planeten folgern, die um Sterne entstehen. Das könnte also einige bereits gefundene Planetenbahnen extrasolarer Planeten erklären.

Auf den Bildern der Sonde wurden auch weitere Ringe gefunden. Einige befinden sich in den verschiedenen Lücken größerer Ringe und könnten ein Hinweis auf dort vorhandene kleine Schäfermonde sein. Schäfermonde (auch Hirtenmonde oder Wächtermonde genannt) halten die Teilchen eines Rings aufgrund ihrer Gravitationswirkung zusammen.

Wissenschaftler fanden heraus, dass Saturns Winde sich mit der Höhe ändern und kleine Stürme aus größeren Stürmen entstehen. Erstmals gelang es Cassini Aufnahmen von Prozessen zu machen, die möglicherweise die Winde aufrechterhalten. Die Beobachtungen erlauben einen ersten Blick in die Prozesse, durch die Wärme aus dem inneren des Saturn in die äußeren Schichten wandert und dadurch die starken Winde aufrecht erhält (Konvergenz).

Das komplexe Magnetfeld des Saturn wurde ebenfalls untersucht. „Die Magnetosphäre des Saturn ist einzigartig. Ihre Dynamik ähnelt der des Jupiter, aber manchmal ähnelt sie chemisch den wasserbasierten Plasmen die Kometen umgeben,“ sagt Dr. David Young, Forschungsleiter für das Plasma Spektrometer des Southwest Research Institute.

Ein weiterer Überraschungsfund wurde durch das Ionen- und Massenspekrometer geliefert, das das molekulare Sauerstoffionen über der Ringebene des Saturn nachweisen konnte. „Das ist erst einmal erstaunlich, da die Ringe selbst aus Wassereis bestehen,“ sagt Instrumentleiter Dr. Hunter Waite von der University of Michigan. „Das kann Konsequenzen für die Identifizierung von bestimmten Spektraleigenschaften haben, die bei der Suche nach Leben auf extrasolaren Planeten helfen können.“

Der Überfluss an Sauerstoff auf der Erde geht auf die vorhandene Biologie zurück. Diese neuen Messungen deuten an, dass es einen anderen Prozess geben muss, der auf eiskalten Oberflächen molekularen Sauerstoff erzeugen kann.

Quelle: NASA zur Startseite...
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